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Glück, Libyen verlassen zu haben

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Glück, Libyen verlassen zu haben

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Glück, aus Libyen weggekommen zu sein – das ist das vorherrschende Gefühl bei all jenen, denen es gelungen ist, einen Flug von Tripolis in Richtung Europa zu erwischen. Solange aber kaum internationale Medien aus Libyen selbst berichten, sind die Rückkehrer auch eine wichtige Informationsquelle.

John Dowley aus Großbritannien erzählt bei seiner Ankunft in Frankfurt, er habe am Dienstag vergeblich versucht zur Arbeit ins Stadtzentrum von Tripolis zu kommen. Er habe überall ausgebrannte Autos gesehen, und aus dem Gebäude des Volkskongresses stieg Rauch.

Auf dem Flughafen der libyschen Hauptstadt herrsche zudem ein unglaubliches Chaos, Tausende versuchten, das Land zu verlassen.

Viele Bulgaren arbeiten auf Baustellen in Libyen und vor allem im medizinischen Bereich. Auch sie versuchen, so schnell wie möglich nach hause zurückzukommen.

Der Vertragsarbeiter Zheko Gyurow erzählt, am Vortag hätten Gaddafis Anhänger fahnenschwenkend den Namen des Revolutionsführers skandiert – aber es habe auch immer weider Schießereien gegeben.

Tausende seien mit Schlagstöcken aber auch automatischen Waffen in Richtung Zentrum unterwegs gewesen, erinnert sich die Ärztin Sneschana Deikova. Auch sie habe ständig Schüsse gehört.

Ihr Kollege Lakezar Matiev berichtet, in all seinen Jahren in Lybien habe es nie Nahrungsmittelknappheit gegeben. Jetzt aber gäbe es in den Bäckereien nur noch begrenzte Mengen Brot. Und selbst das Benzin werde knapp.

Viele Länder planen Sonderflüge, um ihre Staatsangehörigen zu evakuieren. Aus Deutschland sind neben den regulären Lufthansaflügen auch Transall-Maschinen der Bundeswehr unterwegs.