Eilmeldung

Eilmeldung

Italien fordert Solidaritätsfonds zur Bewältigung des Flüchtlingsansturms

Sie lesen gerade:

Italien fordert Solidaritätsfonds zur Bewältigung des Flüchtlingsansturms

Schriftgrösse Aa Aa

Die Flüchtlingsproblematik ist nicht neu für die EU: In den neunziger Jahren versuchten Zehntausende Albaner, angesichts blutiger Unruhen in ihrer Heimat auf überfüllten Schiffen nach Italien zu gelangen. Diesmal allerdings sind weit mehr Menschen auf der Flucht. In Rom versuchten die Innenminister der EU-Mittelmeerstaaten, Lösungen für das Problem zu finden. Eingeladen hatte Italiens Ressortchef Roberto Maroni. “Wir verlangen einen europäischen Solidaritätsfonds, der es unseren Ländern ermöglicht, der ersten Welle dieser humanitären Krise, die sich gerade abspielt, zu begegnen.”, erklärte er nach Abschluss der Beratungen. “Wir müssen die nötigen Mittel von allen europäischen Ländern erhalten, von ganz Europa.”

Die Küste Libyens ist 2000 Kilometer lang, und schon in der Vergangenheit versuchten Menschen immer wieder, über das Meer nach Italien zu gelangen. Bis dato hatte Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi beste Beziehungen zu Muammar al Gaddafi gepflegt und libysche Flüchtlinge einfach abgeschoben. Die Freundschaft zwischen Berlusconi und Gaddafi war ebenso legendär wie fragwürdig. Jetzt allerdings steht Gaddafi vor dem Sturz und die Flüchtlingswelle droht, Europa zu überrollen. Die EU-Grenzschutzagentur Frontex, die die italienischen Behörden unterstützt, ist wenig optimistisch: Experten sprachen von möglicherweise bis zu 1,5 Millionen Flüchtlingen, die sich in den nächsten Wochen und Monaten auf den Weg nach Europa machen könnten.