Eilmeldung

Eilmeldung

Libyen-Krise nur ein Grund für Anstieg der Ölpreise

Sie lesen gerade:

Libyen-Krise nur ein Grund für Anstieg der Ölpreise

Schriftgrösse Aa Aa

Die Rohstoffmärkte sind in Aufruhr: Der Ölpreis steigt und steigt, und daran ist die Krise in Libyen nur zum Teil schuld. Tatsächlich werden dort nur rund zwei Prozent des weltweiten Rohölbedarfs gefördert. Aber Anleger befürchten, dass sich die Unruhen auf andere Ölförderländer ausweiten könnten. “Die Märkte reagieren heftig weil sie Angst vor der Ungewissheit haben”, sagt Analyst Fadel Gheit von Oppenheimer & Co. “Wir wissen nicht, ob sich die Libyen-Krise ausbreitet und ob und in welchem Umfang die libyschen Ölexporte betroffen sind.”

Bei einem OPEC-Treffen in Riad versuchte Saudi-Arabien, zu beschwichtigen. Die derzeitige Ölpreisrallye sei bedenklich, sagte der saudische Ölminister Ali Al-Naimi, sie habe aber nichts mit tatsächlichen Förderproblemen zu tun. Dennoch sei man darauf vorbereitet, bei Engpässen die Fördermengen zu erhöhen. Schon in der Vergangenheit habe man so reagiert und damit die Märkte wieder stabilisiert.

Die beruhigenden Worte aus Saudi-Arabien ändern freilich nichts am Anstieg der Ölpreise. Dies ist auch das Werk von Spekulanten, die angesichts der globalen Wirtschaftserholung auf eine höhere Nachfrage setzen. “China wächst zu schnell, Brasilien überhitzt sich”, meint Experte Stephen Wood von Russell Investments. “In Nordamerika läuft es gut, Deutschland erlebt die beste Entwicklung seit 20 Jahren. Für diese weltweite Wachstumsstory wird Öl benötigt. Das hat nichts mit den Unruhen in Nahost zu tun.”

Muss man also vor einem weiteren Preisanstieg Angst haben? Die OPEC schließt eine Finanzkrise wie 2008 aus. An den Tankstellen jedoch sind die Auswirkungen der Ölpreisrallye für jedermann deutlich spürbar.