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Libyscher Journalist: Alle lachen über Gaddafi

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Libyscher Journalist: Alle lachen über Gaddafi

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Wir sprechen jetzt mit einem Journalisten aus Libyen, von Radio Free Libya, Mohamed Nabous, direkt aus der libyschen Hafenstadt Bengasi.

Euronews:

“Können Sie uns sagen, wie die Lage in Bengasi im Moment ist? Gibt es Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Sicherheitskräfte?”

Nabous:

“Von der Regierung Gaddafi ist keine Spur mehr zu sehen. Hier hat die Revolution schon gesiegt. Wir sind endlich frei. Wir haben die Regierung Gaddafi abgestoßen.”

Euronews:

“Oberst Gaddafi hat sich aber heute doch an das libysche Volk gewandt. Wie haben die Menschen in Bengasi auf die Rede Gaddafis reagiert?”

Nabous:

“Hier machen sich doch alle nur noch über Muammar al-Gaddafi und seinen Auftritt lustig. Das ist die Reaktion des Volkes in Bengasi.

Er schlotterte doch vor Angst. Es war zu sehen, dass er die Kontrolle verloren hat.

5000 unserer Männer sind auf dem Weg in die Hauptstadt. Sie sind schwer bewaffnet. Sie werden ihren Brüdern in Tripolis helfen, sich von Gaddafi zu befreien. Wir stehen zueinander in unserem Kampf gegen Gaddafi.”

Euronews:

“Es gibt Berichte über Söldner in Lybien, die Angst und Schrecken verbreiten und Menschen töten. Ist das so?”

Nabous:

“Ja, das stimmt. Es gibt Fotos und Videos, die das belegen. Wir haben vier Söldner hier festgenommen. Wir können nicht einmal mit ihnen sprechen, denn sie sprechen unsere Sprache nicht.”

Euronews:

“Wieviele Menschen wurden in Bengasi getötet?”

Nabous:

Es liegen keine genauen Zahlen vor. Wir sind in Kontakt mit den Krankenhäuser, in den nächsten Tagen werden wir Zahlen nennen.

Euronews:

“Wenn es jetzt keine Polizisten in Bengasi mehr gibt, wie Sie es gesagt haben, wie wird denn dann die Sicherheit der Bürger garantiert?”

Nabous:

“Es haben sich Gruppen gebildet, die sich um die Sicherheit der Einwohner kümmern. Diese Gruppen haben jetzt die Macht und legen Regeln fest. Es gibt ein oberstes Gremium, das sich im Gerichtsgebäude eingerichtet hat. Zum Beispiel wurde festgelegt, dass alle Waffen eingesammelt werden. All die jungen Männer, die eine Waffe haben, müssen sie abgeben. So wollen wir Plünderungen und Gewalt vermeiden. Wir sammeln die Waffen ein, obwohl die Gefahr von Übergriffen nicht groß ist. Die jungen Männer sind alle sehr vernünftig, aber wir wollen auf Nummer Sicher gehen. Viele von ihnen wollten sowieso ihre Waffen abgeben, bevor es ihnen gesagt worden war.”

Der libysche Journalist Mohamed Nabous sprach mit Euronews über Skype aus der libyschen Hafenstadt Bengasi.