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Nicht-Doktor Guttenberg hat noch Rückhalt

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Nicht-Doktor Guttenberg hat noch Rückhalt

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Deutschlands Verteidigungsminister kann auf

seine Kollegen und seine Chefin bauen. Die Kanzlerin nannte Karl-Theodor zu Guttenberg einen ausgezeichneten Minister; seine Doktorarbeit habe damit nichts zu tun. Guttenberg hat seinen Doktortitel abgelegt, nachdem in seiner Arbeit immer mehr kopierte Textstellen entdeckt wurden. Er bleibt dabei, er habe nicht absichtlich getäuscht.

Guttenberg hatte letzte Woche zwei Anläufe unternommen, die Sache in den Griff zu bekommen. Erst nannte er den Plagiatsvorwurf “abstrus” und schloss lediglich einzelne Unkorrektheiten nicht aus. Dann ließ er den Doktortitel bis zur Aufklärung der Vorwürfe vorübergehend ruhen.

Am Montag erklärte er nun seinen endgültigen Verzicht. Allerdings kann ihm formell nur die Universität Bayreuth den Titel aberkennen: Dort prüft man gerade.

Er habe sich die Arbeit am Wochenende noch einmal angeschaut und dabei “gravierende Fehler” entdeckt, erklärte Guttenberg dazu . Dazu zählten

“besonders peinliche Beispiele” wie der aus der

FAZ” abgeschriebene Beginn seiner Einleitung.

In der Union gehen aber die ersten auf Abstand zu Guttenberg. Bundestagspräsident Norbert Lammert sagte, Guttenbergs Verhalten letzte Woche sei “kein

überzeugender Beitrag zur Problembewältigung” gewesen. Er gehe davon aus, dass sich der Ältestenrat des Bundestags mit dem Vorwurf beschäftigen werde, Guttenberg habe den

Wissenschaftlichen Dienst des Parlaments für die Erstellung eines Teils seiner Doktorarbeit missbraucht.

Die Opposition will den Minister an diesem Mittwoch im Bundestag zur Rede stellen. An einer Fragestunde will Guttenberg zwar nicht teilnehmen:

Allerdings will er in einer anschließenden Debatte über das Thema das Wort ergreifen.