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Ägayptens Tourismuskrise

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Ägayptens Tourismuskrise

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Wann war es wohl zum letzenmal so leer vor den Pyramiden von Gizeh? Einst gehörten sie zu den sieben Weltwundern der Antike. Im modernen Ägypten wurden sie zu einer der wichtigsten Einnahmequellen eines Landes, das zu einem guten Teil vom Tourismus lebt.

“Auf dem Platz vor den Pyramiden drängen sich normalerweise die Touristen zu Tausenden. Heute trifft mal hier höchstens ein paar hundert Ägypter”, berichtet euro-news-Korrespondent Mohamed Elhamy und erklärt: “ So zeigt sich Ägyptens Tourismus-Krise.”

Der Tourismus ist für Ägypten die größte Deviseneinnahmequelle – noch vor dem Suez-Kanal.

11% des Bruttoinlandsproduktes entfallen auf diesen Bereich. Zwei Millionen Ägypter leben nur vom Tourismus, das heisst, jeder zehnte Job ist in Gefahr, wenn die Fremden fortbleiben.

Fremdenführer Ahmed beklagt, die Bedingungen seien wirklich sehr schlecht. Keine Arbeit. Kaum Einkommen. Viel zu wenig, um das Futter für die Tiere zu bezahlen. 1.500 Familien leben hier und erleben eine sehr schlimme Zeit aus Mangel an Arbeit.

Keine Touristen heisst auch keine Kunden für die vielen Souvenirhändler auf dem Bazar. Im Jahr 2010 kamen noch zehn Millionen Touristen.

Souvenirhändler Asharf zieht die triste Bilanz:

“Nach der Revolution sind keine Touristen mehr da.

Das kommt auch durch die Ausgangssperre und die schlechte Sicherheitslage.”

Kairo, dort wo es sonst für die Erlebnishungrigen aus aller Welt am gefragtesten war – Leere Hotels,

leere Bars und Restaurants. Der Chef der ägyptischen Tourismus-Behörde, Amr El-Ezaby,

schätzt die täglichen Verluste auf 25 bis 27 Millionen Dollar. ( Also knapp 20 Millionen Euro. )Und dann müsse man das nur hochrechnen auf den Monat, bei einer Hotelauslastung zwischen 5 und 10 %.

Hier in Sharm-el-Sheik am Roten Meer, wo die Europäer so gern im Winter Badeferien machten, lag die Hotelauslastung am 25. Januar noch bei

75 %. Am 11. Februar, dem Tag, an dem Mubarak stürzte, waren es noch ganze 11 %.

Vor den Pyramiden sind die Ägypter derzeit weitgehend unter sich. Ägyptens Wirtschaft aber wartet sehnsüchtig auf die Rückkehr der zahlungskräftigen Fremden.