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Frankreichs Außenministerin vor dem Abflug?

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Frankreichs Außenministerin vor dem Abflug?

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Der Abschied von Frankreichs Außenministerin ist offenbar beschlossene Sache – so sehen es jedenfalls französische Medien an diesem Wochenende.

Spätestens Montag könnte Michèle Alliot-Marie demnach ihren Posten los sein. Auslöser ist ihr Tunesienurlaub noch Ende letzten Jahres, als in dem nordafrikanischen Land schon auf Demonstranten geschossen wurde.

“Ich mache meine Arbeit und kümmere mich dabei nicht um andere”, sagte sie noch gestern. “Natürlich gibt es seit Wochen Vorwürfe, Gerüchte, Angriffe: Aber da war nichts Unrechtmäßiges, kein Fehlverhalten.”

Alliot-Maries Vater nutzte den Urlaub aber für ein Immobiliengeschäft mit einem Unternehmer aus dem Umfeld des inzwischen gestürzten Machthabers Ben Ali. Im Privatflugzeug dieses Geschäftsmanns ließ sich die ganze Familie auch noch umherfliegen. Die Ministerin gab immer nur das zu, was Zeitungen gerade enthüllt hatten.

Als neuer Außenminister ist vor allem Alain Juppé im Gespräch; er kennt das Amt schon aus den neunziger Jahren. Zur Zeit ist er zuständig für Verteidigung.

Staatschef Nicolas Sarkozy könnte bei einer Verabschiedung von Alliot-Marie die Gelegenheit auch noch einmal zu einer Umbildung der Regierung nutzen – auch wenn die letzte Umstellung gerade erst ein Vierteljahr her ist. Es wäre wohl die letzte Gelegenheit vor der nächsten Präsidentenwahl in gut einem Jahr.