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Gaddafis Ex-Protokollchef: Gaddafi schlägt die letzte Stunde

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Gaddafis Ex-Protokollchef: Gaddafi schlägt die letzte Stunde

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Wir sind jetzt mit Nuri al-Mismari, dem ehemaligen Protokollchef von Oberst Gaddafi verbunden. Herr al-Mismari, es gibt zahlreiche Deserteure in der Armee, der Polizei und unter den Diplomaten. Wer regiert jetzt in Libyen?

Al Mismari:
Heute steht er ganz alleine da. Das ist niemand mehr. Zu ihm halten nur seine Söhne und die, die Verbrechen begangenen haben und Angst haben, bestraft zu werden.

euronews:
Sie standen Muammar al-Gaddafi sehr nahe. Vertraut er seinem Volk noch? Seinen Leibwächtern, den Sicherheitskräften?

Al Mismari:
Nein, er traut niemanden. Vor einem Jahr ist ein Putsch fehlgeschlagen, der von Offizieren, die ihm sehr nahestanden und seiner Leibgarde organisiert worden war.

euronews:
Oberst Gaddafi hat auf dem Grünen Platz zum Volk gesprochen. Und er hat gedroht in Libyen verbrannte Erde zu hinterlassen. Was sagen sie dazu?

Al Mismari:
Es ist normal, dass er so etwas sagt. Auf dem Grünen Platz waren Schüler, die man dorthin gebracht hat. Und die Erwachsenen waren Polizisten in Zivil, das hat unser UN-Botschafter enthüllt.

euronews:
Glauben Sie, er wird Chemiewaffen einsetzen?

Al Mismari:
Er hat gesagt: “Ich habe meine wirkliche Macht noch nicht eingesetzt”. Gibt es etwas anderes als Panzer, Maschinengewehre und die Luftangriffe auf die Demonstranten? Ihm bleiben nur Chemiewaffen! Aber ich hoffe, er wird sie nicht einsetzen.

euronews:
Was wird ihrer Ansicht nach in den kommenden Stunden oder Tagen in Libyen passieren?

Al Mismari:
Die Revolutionäre werden siegen, die jugendlichen Revolutionäre. Es wird Opfer geben, Martyer, aber sie werden siegen.

euronews:
Sind das die letzten Stunden des Gaddafi-Regimes?

Al Mismari:
Absolut!

euronews:
Letzte Frage: Was erwarten sie von Europa hinsichtlich humanitärer Hilfe?

Al Mismari:
Wir fordern die europäischen Staaten auf, alles in ihrer Macht stehende zu tuen, um das Einfliegen von Söldnern zu verhindern, hauptsächlich aus afrikanischen Staaten, aber auch aus Europa. Dann erwarten wir Lebensmittelhilfe, Medikamente und Ärzte.