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Massenexodus aus Libyen

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Massenexodus aus Libyen

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Tausende Ausländer ergreifen die Flucht vor den Unruhen in Libyen. Die britische Armee flog in einer Nacht-und-Nebel-Aktion Beschäftigte der Ölindustrie aus der libyschen Wüste aus – Zwischenstopp war Malta. Dort warteten schon viele andere auf die Weiterfahrt. Malta und Kreta sind die Libyen am nächsten gelegenen Vorposten Europas.

“Seit Montag ist Malta zum wichtigsten Umschlagplatz für die Rückführung der Ausländer aus Libyen geworden”, berichtet unser Reporter. “In den vergangenen fünf Tagen sind durch diesen kleinen Flughafen hier mehr als 2.000 Personen geschleust worden.”

Mit Flugzeugen, Schiffen der Marine und Fähren haben sie Libyen verlassen. Viele berichten von Chaos und Plünderungen. Sicher hätten sie sich nicht mehr gefühlt.

Australiens Generalkonsul Tom Yates ringt um Fassung: “Es ist eine Erfahrung, die ich mein Leben lang nicht vergessen werde. Ich denke, wir alle, die wir Libyen verlassen haben, sind sehr traurig. Viele von uns haben libysche Freunde, und die Libyer sind sehr nette Menschen. Sie waren sehr freundlich zu mir und auch sehr hilfreich, und sie haben mit Sicherheit nicht verdient, auf diese schreckliche und brutale Art behandelt zu werden, in der sie die vergangenen Wochen behandelt wurden.”

Über Malta, Griechenland, die Türkei, Ägypten und Tunesien wird der Exodus abgewickelt. Allein China holte nach eigenen Angaben 16.000 Chinesen außer Landes – etwa ebenso viele Chinesen, Beschäftigte in der Öl- und Baubranche, warten noch in Libyen.