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Necmettin Erbakan, Leitfigur des Islamismus gestorben

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Necmettin Erbakan, Leitfigur des Islamismus gestorben

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Der erste offen islamistische Ministerpräsident der Türkei, Necmettin Erbakan, ist tot. Erbakan starb am Samstag im Alter von 84 Jahren in einem Krankenhaus in Ankara an den Folgen einer Atem- und Herz-Kreislaufinsuffizienz. Mit seiner Nationalen Heilspartei (Millî Selamet Partisi, MSP) war Erbakan bereits in der 70er Jahren an verschiedenen Koalitionsregierungen beteiligt, bevor er 1976 für als erster Islamist Ministerpräsident der Türkei wurde. Nach nur einem Jahr im Amt erzwang das Militär seinen Rücktritt.

Aus Erbakans 1997 ebenfalls verbotener Wohlfahrtspartei (Refah Partisi, RP) ging die heute regierende Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (Adalet ve Kalkınma Partisi, AKP) hervor. Necmettin Erbakan gilt als Gründer der modernen Islamistischen Bewegung der Türkei. Er studierte in Istanbul und Aachen Machienenbau und war als Ingenieur bei der Firma Deutz an der Entwicklung des Leopard-Panzers beteiligt. Sein Amtsnachfolger und Protege, Recep Tayyip Erdogan, würdigte ihn als “Wissenschaftler, der sein Leben dem Studium verschrieben habe”. Man werde ihm ein ehrendes Andenken wahren.