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Protestversuche in China ohne Chance

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Protestversuche in China ohne Chance

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Proteste im Gefolge der arabischen Unruhen haben in China keine große Chance. Nur wenige Chinesen haben wohl überhaupt von dem Aufruf für heute im Internet erfahren: Und mit ihnen hatte die Polizei keine Probleme. Es war die größte Polizeiaktion seit den Olympischen Spielen 2008 in Peking. Zehntausende Sicherheitskräfte waren in der Hauptstadt und in anderen Städten mobilisiert worden.

Unter dem Stichwort “Jasmin” werden diese Proteste angekündigt: “Jasmin” wie die Revolution in Tunesien, von der alles weitere ausging. Als Suchbegriff im Internet ist “Jasmin” allerdings für die Chinesen gesperrt – schon von daher kommen zu den angekündigten Treffpunkten in mehreren Städten nicht allzu viele Teilnehmer.

Ausländische Reporter sind zwar da, kommen aber nicht ungestört zum Berichten: Die Polizei verlangt Drehgenehmigungen, die zuvor nie nötig waren – wie in der Hauptstadt Peking für die beliebte Einkaufsmeile Wangfujing, wo zu Protestaktionen aufgerufen worden war. In der Straße patrouillieren Hunderte von Polizisten in Uniform und Zivil. Auch deutsche Reporter und ihre Kameraleute werden vorübergehend festgehalten.

In Hongkong, das in China eine Sonderrolle hat, sind Proteste möglich. Bürgerrechtler wollen das nutzen, um vor der chinesischen Vertretung für ein bisschen Grün zu sorgen – allerdings ausgerechnet in Form von Jasmin.

“Der Jasmin soll vor dem Symbol des kommunistischen chinesischen Regimes wachsen”, sagt Leung Kwok-Hung, ein Abgeordneter des Parlaments von Hongkong: “Aber man lässt uns nicht.”

Die Polizei stemmt sich gegen dieses Vorhaben. Vorerst bleibt unklar, welche Zukunft der Jasmin in China haben wird.