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Elfenbeinküste - der vergessene Konflikt

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Elfenbeinküste - der vergessene Konflikt

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Seit Jahresbeginn richten sich alle Augen auf Nordafrika. Der Dauerkonflikt an der Westküste des Kontinents ist darüber in Vergessenheit geraten.

Die Rede ist vom Staat Elfenbeinküste.

Seit fast drei Monaten schwelt dort ein immer noch nicht entschiedener Machtkampf. Ausgetragen wird der immer noch mit schweren Menschenrechtsverletzungen, vor denen kaum weniger Menschen fliehen als derzeit in Nordafrika vor der Unsicherheit diverser Umbrüche.

Eine Leiche mitten auf der Straße?

Der Tote kann Opfer der einen oder der anderen Seite sein. Die Anhänger des sich trotz Wahlniederlage an die Macht klammernden Ex-Präsidenten liefern sich mitten unter Unbebeteiligten blutige Schlachten mit den Anhängern von Wahlsieger Alassane Ouatarra.

Gerade sind einige Tausend Menschen ins westliche Nachbarland Liberia geflohen Hilforganisationen sprechen von rund 70,000 Flüchtlingen und befürchten, diese Zahl könnte bis auf Hunderttausend ansteigen, da keine Konfliktlösung in Sicht ist. Wenn erst die Regenzeit kommt, so warnen sie, wird sich das Elend zur humanenitären Katstrophe auswachsen.

Dabei haben die Bürger des Staates Elfenbeinküste 2002-2003 schon einmal einen Bürgerkrieg durchlitten. Die Präsidentenwahl vom vergangenen November sollte eigentlich das gespaltene Land wieder einen. Der Wahlverlierer Laurent Gbagbo will aber nicht weichen – also droht eine Neuauflage des Bürgerkrieges. Wieder ziehen Flüchtlingstrecks durch das Land – und Augenzeugen berichten nahezu täglich von neuen Gewalttaten auch gegen Frauen und Kinder.

Nun fürchten gar jene, die ihr Geld mit Kakao verdienen, es könne Probleme geben, wenn der weltgrößte Kakaoproduzent im Chaos versinkt.

So teuer wie seit diesem Wochenende war Kakao auf dem Weltmarkt seit 32 Jahren nicht mehr!

Das ist auch eine Folge des von der EU verhängten Exportverbotes, mit dem die Europäer Wahlverlierer Gbagbo zur Anererkennung des Wahlergebnisses zwingen wollen. Alle Vermittlungsversuche der Afrikanischen Union blieben bisher vergeblich.

Und auch die Blauhelmsoldaten der Vereinten Nationen können kaum etwas ausrichten.

Das ist kein Frieden mehr, den sie im Sinne ihres Auftrages als “peacekeeper” erhalten könnten.