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Flüchtlinge an der Grenze von Libyen nach Tunesien

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Flüchtlinge an der Grenze von Libyen nach Tunesien

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Libyens dank Erdöl und -gas bestens funktionierende Wirtschaft wurde über Jahrzehnte hin von zehntausenden ausländischen Arbeitskräften am Laufen gehalten. Und die fliehen nun in Panik, um nicht zwischen die Fronten des Umbruchs zu geraten. Vor allem über die westliche Grenze nach Tunesien. Ägyptische Arbeiter fühlen sich von ihrer Heimat im Stich gelassen.

Denn der kurze Weg über die Grenze im Osten bleibt den meisten verschlossen, seit die libyschen Machthaber Ansteckung durch den Revolutions-Bazillus vor allem aus Ägypten befürchten.

Tunesien, selber im Umbruch, erweist sich zumindest zu dringlicher Nothilfe bereit und in der Lage. Dankbar lassen endlich dem unsicheren Libyen Entkommene das tunesische Volk hochleben.

Dabei ist das kleine Tunesien mit diesem Massenansturm heillos überfordert. Darum bittet Ouederni Rachid, Offizier von der tunesischen Grenzwache, die internationale Gemeinschaft um Hilfe.

Die Bedingungen seien äußerst schwierig was Unterkunft und Verpflegung anbelange.

Er bittet, Flugzeuge und Schiffe zu schicken, um die vielen nun in Tunesien Gestrandeten abzuholen und anderswo besser zu versorgen.

Wie um seine Worte zu unterstreichen, bricht wenige Meter daneben ein Mann zusammen.

Der tunesische Notarzt versorgt schon seit Tagen wie am Fließband Erschöpfte, Kranke, auch auf der Flucht aus Libyen Verletzte.

Doktor Aberjalil spricht von Tausenden, die er schon hat kommen sehen. Im Moment scheine der Flüchtlingsstrom nicht weiter anzuwachsen.

Man versuche, die notwendige medizinische Versorgung zu organisieren, stoße dabei aber an Grenzen.

Und so geht die Aushändigung der zum Übeprüfen einbehaltenen Pässe vor sich…

Viele gehören Ägyptern, die schon seit Tagen darauf warten, irgendwie in ihr Heimatland zu gelangen.

Im Hafen der Stadt Zarzis hoffen Ägypter, per Schiff die Heimreise antreten zu können.

Viele lagern am Quai, um ja nicht zu spät zu kommen, wenn denn ein Schiff die hier Gestrandeten aufnimmt. Unmut macht sich breit.

Dann dürfen endlich die ersten 750 Ägypter an Bord gehen…