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Einziger Christ in Pakistans Regierung ermordet

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Einziger Christ in Pakistans Regierung ermordet

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In Pakistan ist ein weiterer, prominenter Kritiker des Blaspehmiegesetzes ermordet worden. Shahbaz Bhatti, Minister für Minderheiten, war der einzige Christ im pakistanischen Kabinett.

Laut einem Augenzeugen eröffneten zwei Männer das Feuer auf Bhattis Wagen, als der in der Hauptstadt Islamabad gerade sein Haus verlassen hatte. Am Tatort hinterließen sie ein Schreiben. Darauf bekennt sich eine lokale Taliban-Gruppe zu der Tat.

Bhatti hatte Änderungen an dem Gesetz gefordert, das für Gotteslästerung harte Strafen vorsieht. Dafür hatte er nach eigenen Angaben Morddrohungen erhalten. Das Gesetz gilt für alle Religionen. In der Praxis wird es aber nur bei Herabsetzungen des Islam eingesetzt und oft missbraucht.

Der Vatikan verurteilte den “Akt beispielloser Gewalt” schärfstens. Bhatti hatte sich unter anderem für eine Christin eingesetzt, die wegen Blasphemie zum Tode verurteilt worden war. Ihr Fall ist nun vor dem Obersten Gericht in Lahore anhängig.

Erst vor zwei Monaten hatte dasselbe Engagement den Provinzgouverneur von Punjab das Leben gekostet. Er wurde erschossen vom eigenen Leibwächter. Der Täter wird verehrt wie ein Volksheld. Nach Ansicht westlicher Beobachter hat die Regierung ihren Einfluss in Pakistan längst an die Islamisten verloren.