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Situation an Libyens Grenze alarmierend

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Situation an Libyens Grenze alarmierend

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Das Flüchtlingsdrama an der Grenze zwischen Tunesien und Libyen spitzt sich zu. Die Situation dort habe “den Krisenpunkt erreicht”, so eine Sprecherin des UN-Flüchtlingswerkes in Genf.

Tausende Gastarbeiter sind am Grenzposten Ras Jadr gestrandet und warten auf Hilfe.

Das Welternährungsprogramm, WFP, will sich jetzt direkt einschalten. Eine erste Hilfslieferung von 80 Tonnen Nahrung ist geplant.

WFP-Exekutivdirektorin Josette Sheeran hat sich ein Bild von der Lage gemacht: “Mehr als 70.000 Menschen sind bereits hier durch gekommen und es warten immer noch Tausende an der Grenze. Die Situation wird sich also in nächster Zeit nicht bessern. Wir müssen den Helfern vor Ort unter die Arme greifen. Diese Menschen sind Helden, sie haben großartige humanitäre Hilfe geleistet.”

Die Europäische Union hat drei Millionen Euro Soforthilfe zur Verfügung gestellt und humanitäre Helfer in die Region geschickt.

Heinke Veit von der Humanitären Organisation der EU (Echo) erklärt: “Die Tunesier sind großzügig und auch die Behörden haben sich für die Flüchtlinge eingesetzt, doch Tunesiens Kapazitäten sind begrenzt. Internationale Hilfe muss anrollen. Wir haben Geld zur Verfügung gestellt. Mit einem Teil davon finanzieren wir die Erweiterung der Zeltlager. Wir kümmern uns außerdem um die Bereitstellung von Lebensmitteln und Getränken und darum, dass die Flüchtlinge Zugang zu medizinischer Versorgung haben.”

Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge sind in der vergangenen Woche mehr als 100.000 Menschen vor den Kämpfen in Libyen nach Ägypten oder Tunesien geflohen.