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Gaddafi setzt Offensive fort, akzeptiert aber Vermittlungsplan

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Gaddafi setzt Offensive fort, akzeptiert aber Vermittlungsplan

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Den zweiten Tag haben regimetreue Truppen ihre Offensive gegen Rebellen im Osten Libyens fortgesetzt. Derweil akzeptierte Muammar Gaddafi einen Vermittlungsplan des venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez. Dies bestätigte der venezolanische Informationsminister. Chavez habe zuvor persönlich mit Gaddafi über den Vorschlag geprochen. Demnach soll eine internationale Kommission mit Vertretern aus Südamerika, Europa und dem Nahen Osten mit beiden Seiten – Regimevertretern und Rebellen – über eine Beilegung des Konflikts verhandeln. Die Arabische Liga prüft den Vorschlag.

Der Osten Libyens ist weiter unter Kontrolle der Rebellen. Sie berichteten von Luftangriffen auf die Öl-Stadt Al-Brega und die nahegelegene Stadt Adschdabijah an diesem Morgen. Die Aufständischen, die mit Raketenwerfern, Luftabwehrkanonen und Panzern bewaffnet sind, leisteten weiter Widerstand und schlugen die Truppen nach eigenen Angaben weiter westwärts bis Ras Lanuf zurück. Schon am Vortag hatten sie berichtet, ihre Stellungen erfolgreich behauptet zu haben.

In der Hauptstadt Tripolis blieb es an diesem Donnerstag ruhig.

Bei den Kämpfen gestern war von gut einem Dutzend Toten die Rede. Heute gab es zunächst keine näheren Angaben darüber.

Nach Schätzungen von internationalen Menschenrechtlern sind bei dem seit Mitte Februar dauernden Konflikt schon bis zu

3.000 Menschen getötet worden, eine libysche Menschenrechtsorganisation sprach von etwa 6.000.

An diesem Donnerstag traten offiziell die Sanktionen der Europäischen Union gegen das Gaddafi-Regime in Kraft: Einreiseverbote, das Einfrieren von Vermögen und das Verbot von Waffenlieferungen.