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Im Lager Choucha können die Flüchtlinge telefonieren

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Im Lager Choucha können die Flüchtlinge telefonieren

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Hier im Durchgangslager Choucha an der tunesisch-libyschen Grenze haben die Tunesier die Lage im Griff. In einem Zelt werden die Identitäten aufgenommen, bevor die Flüchtlinge ins Lager kommen. Hierher sind viele ägyptische Gastarbeiter geflohen.

Auch telefonieren kann man von hier aus. Jeder kann für drei Minuten eine Person seiner Wahl anrufen. Jean Francois Cazenave von der Hilfsorganisation “Telecoms Sans Frontière” sagte:

“Wir haben Helfer hier vom tunesischen Roten Halbmond. So können wir mit den Flüchtlingen auf arabisch sprechen. Sie dürfen ein 3-Minuten-Gespräch führen, egal wohin in der Welt. In 95 Prozent der Fälle rufen sie jemanden in Ägypten an.”

Unter den Flüchtlingen ist auch der Ägypter Mohammed. Er ist aus Tripolis geflohen, als die Pro-Gaddafi-Demonstrationen dort anfingen. Polizisten nahmen ihm sein Geld, sein Handy, sogar seinen Koffer. Er sagte: “Ich bin froh, dass ich von hier aus meine Familie anrufen konnte. Jetzt bin ich in Tunesien, jetzt kann mir nichts mehr passieren.”

Das UN-Flüchtlingshilfswerk spricht von 80.000 bis 100.000 Menschen, die aus Libyen allein Richtung Tunesien fliehen.