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Wieder Tote im Machtkampf an der Elfenbeinküste

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Wieder Tote im Machtkampf an der Elfenbeinküste

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Mindestens sechs Frauen wurden an diesem Donnerstag bei einer Demonstration gegen den abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo in Abidschan erschossen. Nachbarn und Augenzeugen versammelten sich daraufhin zum wütenden Protest.

“Es sollte eine friedliche Kundgebung sein. Aber dann haben wir plötzlich Gbagbos Panzer anrollen sehen. Sie haben das Feuer auf die alten Frauen eröffnet”, erzählt ein wütender Demonstrant. “Es gab mindestens sechs oder sieben Tote. Da wir keine Mittel haben, um uns zu verteidigen, haben wir Bomben gebaut, grad wie wir es können, und jetzt warten wir auf Gbagbos Leute.”

Seit der Wahl im November schwelt der Kampf um das Präsidentenamt zwischen Gbagbo und seinem gewählten Nachfolger Alassane Ouattara. Mehr als 350 Menschen kamen laut UNO dabei ums Leben, etwa 200.000 flüchteten. Amnesty International beklagte erst jüngst, dass sexuelle Gewalt und Menschenrechtsverletzungen zwischen Anhängern beider Lager weiter an der Tagesordnung seien. Gbagbo ließ sich weder vom Protest im Land noch vom Druck des Auslands nicht zum Verzicht aufs Amt bewegen.