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Bewährungsstrafen nach Transrapid-Unglück

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Bewährungsstrafen nach Transrapid-Unglück

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Im Fall des Transrapid-Unglücks von 2006 sind zwei Männer zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Die

beiden hatten am Unglückstag, dem 22. September,

die Strecke freigegeben, auf der aber noch ein Werkstattwagen stand. Der Magnetschwebezug mit einer Besuchergruppe an Bord prallte mit Tempo 170

auf das schwere Fahrzeug; 23 Menschen starben.

Das Osnabrücker Landgericht sprach die beiden Männer deshalb wegen fahrlässiger Tötung in 23 Fällen und fahrlässiger Körperverletzung in elf Fällen

schuldig. Es verhängte Freiheitsstrafen von anderthalb Jahren sowie einem Jahr auf Bewährung.

Die Angeklagten akzeptierten das Urteil. Es ist

damit rechtskräftig. Beide Männer hatten die Opfer und die Angehörigen um Entschuldigung gebeten.

Sie sind seit dem Unfall psychisch krank und gelten als selbstmordgefährdet. Sie sind inzwischen Rentner und arbeiten nicht mehr auf der Testanlage.

“Bei den Angeklagten handelt es sich nicht um Kriminelle, sondern um erfahrene und verantwortungsvolle Mitarbeiter”, betonte der

Vorsitzende Richter Dieter Temming. Es habe sich um ein “Augenblicksversagen” gehandelt.

Zu der Katastrophe hätten technische und organisatorische Besonderheiten der

Transrapid-Versuchsstrecke beigetragen. Dazu komme, dass unterschiedliche Funksysteme benutzt wurden: Die Arbeiter auf dem Werkstattwagen konnten nicht den Funkverkehr mit dem Transrapid mithören.