Eilmeldung

Eilmeldung

Dior zeigt Galliano-Kollektion - ohne Galliano

Sie lesen gerade:

Dior zeigt Galliano-Kollektion - ohne Galliano

Schriftgrösse Aa Aa

Diesmal hätte Dior der Konkurrenz auch ohne Top-Kreationen die Schau gestohlen: Das Modehaus musste nach dem Rauswurf von John Galliano eine Kollektion ohne deren Star-Designer zeigen. Ungewöhnlich schon der Beginn bei der Prêt-à-Porter-Schau für Herbst/Winter 2011/12 in Paris – mit einer Rede von Dior-Chef Sidney Toledano.  
 
“Alle hier bei Dior, die ihr Herzblut in diese Arbeit gesteckt haben, sind verblüfft und traurig über diese unerhörten Worte”, erklärte Toledano und sprach sich gegen jede Form des Antisemitismus aus. Er erinnerte auch daran, dass die Schwester des Gründers Christian Dior nach Buchenwald deportiert worden war.
  
Der britische Star-Designer Galliano war erst vor vor drei Tagen wegen antisemitischer Pöbeleien kurzfristig entlassen worden. Er muss sich wegen seiner Äußerungen auch juristisch verantworten.
 
Bei aller Leichtigkeit der Modelle seiner letzten Dior-Kollektion lastete betretenes Schweigen über der Schau. Der große Moment dann: Die “Petites Mains”, alle, die an der Kollektion mitgearbeitet haben, kamen am Ende der Schau auf den Laufsteg - diesmal ohne ihren Designer.
 
“Es war überwältigend, wie diese Leute angefangen haben zu weinen – und das Publikum dann auch”, meint eine Zuschauerin.
 
Das russische Top-Model Natalia Vodianova zeigte Verständnis: “John steht unter dem Einfluss einer Krankheit, die über seine Kraft hinausgeht. Als Russin kenne ich das von Leuten unter Alkohol, die tun monströse Dinge. Ich hab das nie persönlich genommen, denn ich weiß, wie es ist.”
 
Wie eine Beerdigung, fand ein Modeexperte – doch sie alle wissen: “The Show must go on.”