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Iraker protestieren erneut gegen Korruption und schlechte Versorgung

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Iraker protestieren erneut gegen Korruption und schlechte Versorgung

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Auch die Iraker zogen an diesem Freitag auf die Straße – aber nicht für den Sturz der Regierung, sondern gegen Korruption, Arbeitslosigkeit und die schlechte Strom- und Wasserversorgung. In der Hauptstadt Bagdad gab es die größte Kundgebung mit etwa 2.000 Teilnehmern. Schon am vergangenen Freitag hatte es landesweit Proteste gegeben, dabei kamen mehrere Menschen ums Leben.

“Wir wollen nicht das Regime austauschen, aber wir fordern Reformen. Denn wir sind die Söhne dieses Landes, und wir leben hier im Irak unter sehr schwierigen Umständen. Die Demonstrationen richten sich gegen keinen bestimmten Politiker”, bekräftigt ein Demonstrant in Bagdad.

Auch in anderen irakischen Städten demonstrierten insgesamt mehrere tausend Menschen, so in Basra und Mossul. In Mossul konnten die Sicherheitskräfte einen Selbstmordattentäter auf dem Weg zu einer Kundgebung fassen und seine Sprengladungen entschärfen. In Basra trieb die Polizei die Demonstranten mit Wasserwerfern auseinander. Ein Kameramann wurde verletzt.

Nach dem Protesten vom vergangenen Freitag hatte Ministerpräsident Nuri al-Maliki seinen Ministern hundert Tagen Zeit gegeben, um gegen Korruption vorzugehen und die Strom- und Wasserversorgung zu verbessern.

Die Proteste waren auch Thema beim gestrigen Treffen von Ex-Regierungschef Ijad Allawi und dem radikalen Schiitenführer Muktada Al-Sadr. Dieser will der Regierung sechs Monate für Reformen einräumen.