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Iranische Oppositionsführer verschwunden

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Iranische Oppositionsführer verschwunden

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Seit 18 Tagen sind die iranischen Oppositionsführer
Mehdi Karrubi und  Mir Hussein Mussawi  verschwunden. Karrubi war 7 Jahre lang Parlamentspräsident, Mussawi war 8 Jahre lang Ministerpräsident. Sie standen zuletzt in Teheran unter Hausarrest. Ebenso ihre Ehefrauen.
Der in  Paris lebende Berater von Mussawi,
Ardeshir Amir Arjomand, antwortete auf die Fragen von euronews
 
euronews
Wissen Sie etwas Neues über Mir Hussein Mussawi und seine Frau?
 
Ardeshir Amir Arjomand
Nein, ich weiss nichts neues.
Sie sind verschwunden. Die Verantwortlichen der iranischen Justiz übernehmen für dieses Verschwinden keine Verantwortung.
Die Kinder der Verschwundenen haben ihre Eltern seit 18 Tagen nicht gesehen.
 
euronews
Der iranische Außenminister  Salehi hat in einem Exklusivinterview mit euronews eine Festnahme geleugnet und gesagt, sie seien frei.
Wir haben ebenfalls den Generalstaatsanwalt Ejei kontaktiert, der auch sagte, dass sie weder festgenommen noch ins Gefängnis gebracht worden seien. Warum gibt es Ihrer Meinung nach keine genauen Angaben?
 
Ardeshir Amir Arjomand
Ich sehe da viele Widersprüche in diesen Äußerungen – und niemand will Verantwortung übernehmen.
Wenn sie frei sind, warum können ihre Kinder sie dann nicht sehen?
 
euronews
Aber…..
 
Ardeshir Amir Arjomand
Es wäre nicht das erste Mal, dass die iranischen Führer lügen.
 
euronews
Sie standen doch in den vergangenen Monaten schon unter Hausarrest.
 
Ardeshir Amir Arjomand
Seit den Demonstrationen von 14. Februar und den beiden, die darauf folgten, haben die iranischen Führer Angst bekommen vor einer “Grünen Bewegung”. Ihre Überlegungen haben sie dahin geführt, die Bedingungen für die Oppositionsführer noch weiter einzuschränken und deshalb haben sie sie in Gefängnis geworfen. Weil sie glauben, damit das Volk entmutigen zu können. Man sieht aber, dass noch mehr Oppositionelle auf die Straße gehen.
 
euronews
Das Regime in Teheran glaubt, die Zahl der Demonstranten im Iran sei sehr gering und das zeige,  dass die Iraner keine Veränderungen  wollen. Glauben Sie, dass man eine grundlegende Veränderung im Iran erwarten kann?
 
Ardeshir Amir Arjomand
Die Führer haben noch niemals die Wahrheit gesagt, was die Zahl der Demonstranten betrifft.
Als am 9. Juni 2009 mehr als drei Millionen Menschen in Teheran auf die Straße gingen, da sagten sie, es seien nicht mehr als zehntausend gewesen. Und heute wiederholen sie die gleichen Lügen, wonach die Opposition gar nicht fähig sei, solche Demonstrationen zu organisieren.
Dieses Mal geht es nicht nur um Teheran sondern auch um die Region Azerbbaijan, um Mashad, um Shiraz und Isphahan. Das zeigt, dass die Bewegung ein anderes Ausmaß angenommen hat.
 
euronews
Welches ist für Sie als Vertreter der Protestbewegung im Iran ihre dringendste Forderung?
 
Ardeshir Amir Arjomand
Zuerst fordere ich die Freilassung der Führer unserer Bewegung, Karrubi und Mussawi.
Und dann erwarten wir freie Wahlen, aber auch die Freilassung aller politischen Gefangenen und Meinungsfreiheit