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Ruhe in Ras Lanuf

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Ruhe in Ras Lanuf

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Es ist ruhig in Ras Lanuf. Der Ölhafen gut 600 Kilometer östlich von Tripolis ist in den Händen der Rebellen. Bei den Kämpfen gegen die Regierungstruppen waren am Freitag bis zu zwölf Menschen getötet worden, doch jetzt kontrollieren die Gaddafi-Gegner die Zufahrten zur Stadt. Wohl nicht zuletzt auch, weil zahlreiche Soldaten zu den Rebellen übergelaufen sind. Auch Saleh al-Theytouri kämpfte zunächst auf der Seite der Regierungstruppen: “Unser Ziel ist es, das Regime zu stürzen”, sagt er jetzt, “es hat gestern nicht viele Märtyrer gegeben, obwohl sie stärker waren als wir.” Die Menschen feiern den Sieg der Aufständischen in Ras Lanuf, sie wollen der 42-jährigen Herrschaft Gaddafis ein Ende bereiten. Symbolisch scheint da, was sie einem Kamerateam der Agentur Reuters zeigten: eine Residenz Gaddafis, zerstört, an mehreren Stellen ausgebrannt. Auch die nähere Umgebung der Hafenstadt ist Medienberichten zufolge wieder unter der Kontrolle der Rebellen. Doch hat es offenbar Angriffe aus der Luft auf deren Stellungen gegeben. Die britische “Financial Times” berichtet unterdessen, dass trotz der Sanktionen des Westens immer noch Öl-Milliarden in die Taschen des libyschen Diktators fliessen, denn die Sanktionen zielten auf Gaddafi selbst ab und nicht auf die libysche Zentralbank, die indirekt auch unter dessen Kontrolle steht.