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Auferstehung eines Opernhauses

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Auferstehung eines Opernhauses

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In den letzten Jahren bis auf die Grundmauern entkernt, steht das berühmte moskauer Bolschoi-Theater kurz vor seiner Wiederauferstehung.

Die Vergolder machen Überstunden, um das Opernhaus – nach Jahren der Vernachlässigung in der Sowjetzeit – rechtzeitig zur geplanten Wiedereröffnung im Oktober fertig zu bekommen.

Mikhail Sidorow, Kommunikationsdirektor der Rekonstruktionsfirma Summa Capital:“Die Rekonstruktion eines der wichtigsten Denkmäler Russlands ist ein sehr schwieriger Prozess. Dabei ging es vor allem darum, das Gebäude nicht zu beschädigen.Dies gelang, indem wir die jahrhundertealte Innenverkleidung sorgsam per Hand entfernten.”

Der imperiale Glanz des Opernhauses wurde, wie kanns anders sein, dank einer auf Wodka basierenden Spezialrezeptur wiederhervorgebracht.

Die Mischung aus Ei und Wodka muss 40 Tage warm ruhen, bevor noch Ton zugefügt wird. Anschliessend wird das Blattgold aufgebracht. Die Methode soll das Gold für mindestens 50 bis 70 Jahre konservieren und vor allzu starker Abnutzung schützen.

Mikhail Sidorow vom mit der Rekonstruktion beauftragten Unternehmen erklärt, dass es in erster Linie um das Bewahren der originalen Bausubstanz ging: “Wir haben für den besseren Klang jetzt fast nur Tanne verbaut. Einige bereits verlorengegangene Elemente der Dekoration konnten ebenfalls rekonstruiert werden.Der Fußboden sitzt nun auf Luftkissen auf. Die Akustik insgesamt hat sich durch die einzelnen Maßnahmen deutlich verbessert. Die Zuschauer werden hier also hören, wie nie zuvor. Viel, viel besser.”

Ob Korruption oder Unterschlagung,- ein großer Teil der für die Rekonstruktion bereitgestellten Fördergelder von umgerechnet rund einer halben Milliarde Euro, soll bei der Wiederherstellung des Bolschoi allerdings verschwunden sein.