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Der Horror von Porto

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Der Horror von Porto

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Bereits zum 31. Mal fand dieses Jahr Fantasporto das internationale Filmfestival von Porto statt. Es verzeichnete einen neuen Publikumsrekord, bei einer wachsenden Zahl an Filmen. Neben den klassischen Schwerpunkten des Festivals – Horror -, öffnet es sich nun auch langsam für andere Genre.

Der Preis für den besten Film im Hauptwettbewerb ging an jedoch traditionell an eine der guten alten Geistergeschichten – “Two Eyes Staring”, aus Holland. Paulo van Vliet schrieb das Drehbuch, zusammen mit Regisseur Elbert Van Strien:

“Wir fingen mit einer kleinen Story an, die dann immer und immer komplexer wurde. Die Charaktäre wurden immer vielschichtiger aber auch schwieriger.”

Mário Dorminsky (Festival Direktor):

“Das ist ganz klar ein kommerzieller Film. Wenn ich sage, kommerziell, dann deshalb, weil Hollywood die Rechte gekauft hat, um später ein Remake zu machen.”

Parallel zum Hauptwettbewerb gab es die Sparte der nicht-Horror-Filme. Hier ging der Hautpreis an den südkoreanischen Film “The Housemaid”, des Regisseurs Im Sang-Soo. Nur einer von vier südkoreanischen Filmen, die auf dem Festival ausgezeichnet wurden.

“I saw the devil”, von Kim Jee-Won wurde sowohl mit dem Orient Express ausgezeichnet als auch mit dem Preis für beste Regie, während Seo Yeong-hie

den Preis als beste Schauspielerin in Jang Cheol-soo’s “Bedevilled” erhielt.

Jang Cheol-soo (Regisseur):

“Es überrascht mich, dass die koreanischen Filme, selbst im Vergleich mit anderen asiatischen Filmen hier so gut abschneiden. Darauf bin ich natürlich stolz und ich denke, dass könnte andere Regisseure ebenfalls ermutigen, auch mehr auf Qualität zu achten. Ein tolles Phänomen!”

Der Film “Rabies” bekam den Kritikerpreis. Dabei ist es nicht nur einfach ein weiterer Horrofilm – es ist der erste jemals in Israel gedrehte Horrorfilm überhaupt. Hier wurde er erstmals vor internationalem Publikum gezeigt. Produziert von Navot Papushado und Aharon Keshales.

Navot Papushado (Regisseur):

“Die Story beginnt mit einem Geschwisterpaar, die von zuhause ausreissen und in einem abgelegenen Wald Unterschlupf finden bis das Mädchen in eine Fallgrube fällt, die ein Psychopath dort errichtet hat. Der Bruder begibt sich daraufhin auf eine Rettungsaktion. Mehr wollen wir an dieser Stelle nicht verraten.”

Aharon Keshales (Regisseur):

“Erstmal meinte jeder, das wir in Israel und im Nahen Osten doch eigentlich schon genug Blutiges im Alltag erleben. Die Leute sagten, sowas wollen wir nicht noch auf dem Bildschirm sehen. Immer wenn das Gespräch also auf unseren Film kam, gab es diese Reaktion, dass es hieß, sowas brauchen wir nicht auch noch auf dem Bildschirm.”

Fantasporto konnte auch mit einigen echten Schockern aufwarten. “A serbian Film”, zum Beispiel, enthielt extreme Sex- und Gewaltszenen. Der Verantstalter des Sitges Festival erhielt für die Vorführung sogar ein Bußgeld. Hier in Porto bekam er einen Sonderpreis.

Genauso schockierend “Bedways”, des deutschen Regisseurs Rolf Peter Kahl. Auch hier Harcoreszenen ohne Body-Double. Nicht verwunderlich, dass der Film im Spätprogramm gezeigt wurde.

Rolf Peter Kahl (Regisseur):

“Ich denke nicht, dass der Film wirklich schockiert. Okay, es gibt ein paar explizite Sexszenen aber so ist das Leben. Einige Leute waren da offenbar weniger amüsiert über den Film. Meine Mutter fands ok.”

Ricardo Figueira, Euronews:

“Bilanz des Festivals insgesamt:Fantasporto gelang es wieder einmal, der Welt, die besten und derzeit interessantesten Horrorfilme zu zeigen. Mit dabei: eine wachsende Zahl asiatischer Regisseure.Nicht zu vergessen die Special Effects, wie zum Beispiel…sich in Luft auflösende Reporter.”