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Elfenbeinküste am Rand eines Bürgerkrieges

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Elfenbeinküste am Rand eines Bürgerkrieges

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Die Krise im westafrikanischen Staat Elfenbeinküste hat die Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union auf den Plan gerufen. Warungen werden laut, das Land stehe am Rande eines Bürgerkrieges.

Die bisher 8.000 UN-Blauhelme sind um weitere 2.000 Mann verstärkt worden. Die Friedenschützer sollen die verfeindeten Lager trennen.

Provokationen machen ihnen das immer schwerer.

In Abidjan sind es die sogenannten “Jungen Patrioten”, Anhänger von Ex-Präsident Laurent Gbagbo, der im November die Wahlen verloren hat, aber nicht abtreten will.

Am Freitag demonstrierten die Anhänger von Wahlsieger Alessane Ouatarra. Sie beschuldigten die Leute von Gbagbo, bei einer Demonstrationen von Frauen, die den Wahlverlierer zum Abtreten aufforderten, 7 Frauen getötet zu haben.

Sie schrieen auch ihre Unzufriedenheit mit der Afrikanischen Union heraus, deren Vermittlungsversuche seit Monaten wirkungslos bleiben. Eine wahrhaft explosive Lage.

Für Donnerstag dieser Woche wurden die beiden Rivalen im Machtkampf in der Elfenbeinküste vor die Runde der Staatschefs der Afrikanischen Union geladen. Deren im Januar geschaffenes Vermittlungsgreium tagt in Adis Abeba.

In das Vermittlungsgremium waren fünf Staatsoberhäupter berufen worden – aus Südafrika, Tansania, Mauritanien, Burkina Faso und Tschad. Ende Februar hätten sie ein Ergebnis vorlegen sollen. Sie haben das Datum dafür um einen weiteren Monat verschoben.

In diesem Hotel wartet seit Ende November Wahlsieger Ouatarra darauf, die Präsidentschaft übernehmen zu können. Eigentlich war von dieser Wahl eine Lösung der Probleme in Elfenbeinküste erwartet worden.

Statt dessen posiert Wahlverlierer Gbagbo mit seiner “neuen Regierung”, für die er keine Legitimation hat. Er hat allerdings bewaffnete Kräfte – ebenso wie sein Widersacher.

Und beide haben keine Scheu, ihren Machtkampf auch mit Gewalttaten gegen Zivilisten auszufechten.

Die Wirtschaft liegt derweil am Boden.

Elfenbeinküste ist der weltgrößte Kakaoproduzent.

Ouatarra hat die weitere Kakaoausfuhr verboten – Gbagbo fordert die Händler auf, dieses Verbot zu ignorieren. Weil die Ware auf dem Weltmarkt fehlt, hat der Kakaopreis seinen höchsten Stand seit 32 Jahren erreicht. Mit dem Land hingegen geht es steil bergab.

> Gaetan Mootoo, Amnesty International: Elfenbeinküste erleidet Menschenrechtsverletzungen auf beiden Seiten