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Tunesien bereitet sich auf weitere Flüchtlingsströme vor

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Tunesien bereitet sich auf weitere Flüchtlingsströme vor

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Am libysch-tunesischen Grenzübergang Ras Ajdir hat sich die Lage etwas stabilisiert. In den vergangenen Tagen nahm die Zahl der Ankömmlinge ab, doch die Helfer rechnen mit weiterem Zustrom. Denn bisher hat höchstens ein Fünftel der Gastarbeiter Libyen verlassen, erklärt der Chef der Internationalen Migrationsorganisation, William Lacy Swing:

“Man muss für den Fall gewappnet sein, dass erneut größere Ströme von Gastarbeitern über die Grenze kommen, und wenn zu den Gastarbeitern noch zusätzlich libysche Flüchtlinge hinzukommen, dann ist das noch einmal eine andere Situation.”

Darauf macht sich auch die tunesische Regierung gefasst – zurzeit selbst in einer Übergangsphase.

Man habe alle nötigen Maßnahmen ergriffen, um auf neue Flüchtlingsströme vorbereitet zu sein, und zusammen mit Hilfsorganisationen und anderen Vereinigungen die Bemühungen verstärkt, erklärt der Minister für Soziales, Mohamed Ennaser.

“Hunderte Gastarbeiter aus Bangladesch konnten in den vergangenen vier Tagen in die Heimat zurückgeflogen werden, andere warten immer noch im Flüchtlingslager”, berichtet unserer Reporter aus dem Lager Choucha in Tunesien. “Die tunesische Regierung ist in Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen aus aller Welt dabei, die Bedingungen für die Aufnahme der Flüchtlinge zu verbessern. Die Frage ist, ob diese Vorbereitungen ausreichen. Viele Fragen bleiben offen, solange man nicht weiß, wie die Dinge sich hinter der Grenze in Libyen entwickeln.”