Eilmeldung

Eilmeldung

Angst vor Kernschmelze in Atommeiler nach Beben in Japan

Sie lesen gerade:

Angst vor Kernschmelze in Atommeiler nach Beben in Japan

Schriftgrösse Aa Aa

Nach dem Beben gab es im Kernkraftwerk Fukushima einen schweren Störfall. Die Regierung rief Atomalarm aus, die Anwohner wurden in Sicherheit gebracht. Alle vier Atomanlagen in der betroffenen Region waren nach dem Erdbeben automatisch abgeschaltet worden. Doch in Fukushima gab es Probleme wegen eines Kühlwasserlecks. Die USA flogen nach eigenen Angaben zur Unterstützung der Japaner zusätzliches Kühlmittel an.

Die Frage ist, wie lange die Notkühlung vorhält, um eine Kernschmelze zu verhindern. Denn auch nach der Abschaltung erzeugt ein Atomkraftwerk Nachwärme. Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete im Laufe des Abends, dass in Fukushima die Radioaktivität und der Druck gestiegen seien.

Zudem brach im Turbinenraum des Kernkraftwerks Onagawa ein Feuer aus. Der Brand wurde laut Behörden nach einigen Stunden gelöscht. Die Betreibergesellschaft versicherte, dass keine radioaktive Strahlung ausgetreten sei.

Jean Mathieu Rambach, Experte für Nuklearsicherheit in Frankreich erklärt zu den kurz- und langfristigen Risiken im Reaktor Fukushima:

“Der Reaktor erhitzt sich, es kann zur Kernschmelze kommen und zum Austritt radioaktiver Strahlung – dies kann sehr schwerwiegende Folgen haben.”

euronews: “Wir sind also, während Sie das sagen, in einer Konfiguration wie bei Tschernobyl?”

Rambach: “Nein, das nicht. Der Reaktordruckbehälter befindet sich in einer Isolierschicht, wie es sie in Tschernobyl nicht gab.”

euronews: “In einem Atomkraftwerk gibt es doch auch außerhalb des Reaktors Bereiche, in denen radioaktive Produkte und Abfälle gelagert werden?”

Rambach: “In einem Kernkraftwerk gibt es Anlagen zur Behandlung der Abfälle, in denen sich also radioaktive Substanzen befinden. Es ist daher sehr gut wahrscheinlich, dass der Tsunami radioaktive Substanzen weiterspülen könnte. Am stärksten verstrahlt wird das Meerwasser sein, das große Bereiche überspülte.”

Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA forderte von den japanischen Behörden mehr Informationen zur Lage in den abgeschalteten Meilern. Bislang sei man auf die Angaben der Japaner angewiesen, erklärte ein Sprecher.