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Geophysiker: Japans Beben außergewöhnlich

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Geophysiker: Japans Beben außergewöhnlich

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Leben in Japan heißt leben auf dem Pulverfass – die Inselgruppe liegt am Pazifischen Feuerring, einem Vulkangürtel, und gleich vier tektonische Platten verschieben sich hier gegeneinander. Erdbeben sind keine Seltenheit.

Der französische Geophysiker Rene Crusem erläutert: “Das heutige Beben ist wahrscheinlich das fünftstärkste, das man je gemessen hat. Es ist wirklich außergewöhnlich. Die Stärke der Nachbeben wird im Durchschnitt schrittweise abklingen – von Zeit zu Zeit kann es noch ein stärkeres Beben geben, aber es wird kaum so heftig sein wie das, das man heute morgen gemessen hat. Die ganze Region wird aber mit Sicherheit noch tagelang aktiv bleiben, wenn nicht gar Wochen.

Was man jetzt gelegentlich beobachtet, und das kann man absolut nicht vorhersagen, ist, dass ein Beben in einer Zone ein anderes etwas weiter entfernt auslösen kann. Das bleibt eine Möglichkeit, aber keinesfalls eine Gewissheit. In diesem Bereich kann man wirklich nichts voraussagen. In Japan sind die Tsunami-Wellen jetzt durch, die Schäden angerichtet, es wird keine weiteren geben. Aber der Tsunami ist immer noch dabei, sich weiter im Pazifik auszubreiten.”

Auf die Frage, welche tektonischen Platten sich dabei verschoben haben, antwortet Crusem: “Es ist die Pazifische Platte, die sich unter Japan schiebt. Die Vorhersage von Erdbeben ist dabei extrem schwierig. Und weitere Erdbeben werden sich immer an dieser Bruchstelle zwischen zwei Platten entlang der Ostküste Japans abspielen. Je stärker sie sind, desto seltener sind sie. Wie gesagt ist dieses Beben deshalb außergewöhnlich. Erdbeben dieses Typs hat man einmal alle zehn Jahre. Deshalb dürften wir statistisch gesehen etliche Jahre lang keine Erdbeben dieses Ausmaßes mehr haben.”