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Strahlenexperte: Kernschmelze denkbar

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Strahlenexperte: Kernschmelze denkbar

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Per Telefon war Euronews der Experte für nukleare Sicherheit Jean Mathieu Rambach zugeschaltet. Er ist Wissenschaftler am französischen Nationalinstitut für Strahlenschutz in Paris.

JMR: Wir haben es hier wohl mit einer Wasserdampfexplosion zu tun, die Auswirkungen auf das Metalltragwerk oberhalb des Reaktors hatte. Der Schutzmantel selbst ist aber intakt. Das ist der große Unterschied im Vergleich zu Tschernobyl.

EN: Wie ist Ihrer Meinung nach das Risiko einzuschätzen?

JMR: Bei so einem Unfall besteht das Risiko einer Kernschmelze. Der Brennstab in Fukushima ist momentan weniger strahlend als in Tschernobyl. Damals geschah die Explosion durch einen voll radioaktiven Brennstab.

EN: Handelt es sich hierbei um einen gravierenden Unfall von weltweitem Ausmass?

JMR: Es handelt sich um einen Unfall größeren Ausmaßes. Es gibt da einige beunruhigende Elemente, so der durch mangelnde Kühlung entstehende Wasserdampf. Die beruhigende Nachricht ist aber, dass die Schutzhülle weiterhin intakt ist.

EN: Wir haben von der Explosion in diesem Reaktor erfahren. Es scheint aber auch in einem anderen Kraftwerk zum Ausfall des Kühlsystems gekommen zu sein.

JMR: Über diesen zweiten Zwischenfall haben wir nur sehr vage Informationen. Wir bemühen uns um mehr.

EN: Die japanischen Behörden haben dazu keine Angaben gemacht?

JMR: Nein, dazu gab es keine Angaben.

EN: Kennen sie den Grund dafür?

JMR: Nein. Im besten Fall gibt es tatsächlich nichts zu erzählen. Im schlechtesten Fall verheimlichen sie uns etwas. Aber das glaube ich eher nicht.

EN: Wird die Abschaltung von vier der japanischen Atomanlagen die Stromproduktion der Insel langfristig beeinträchtigen?

JMR: Ja, natürlich. Das wird die Japaner noch einige Jahre beschäftigen.Das wird schwierig werden.