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Saudi-Arabische Truppen marschieren in Bahrain ein

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Saudi-Arabische Truppen marschieren in Bahrain ein

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Nach den schweren Unruhen in Bahrain vom Wochenende sind die Staaten des Golfkooperationsrates (GCC) mit etwa 1000 Soldaten aus Saudi-Arabien in das Land einmarschiert.

Bodentruppen überquerten in gepanzerten Fahrzeugen die 26 Kilometer lange König-Fahd-Brücke, die Landverbindung zwischen Saudi-Arabien und Bahrain. Marschrichtung ist offenbar das Sunnitenviertel in der Hauptstadt Manama, wo auch die Familie von König Hamad bin Issa Al Khalifa wohnt.

Die schiitisch dominierte Opposition nannte den Einmarsch eine „Besetzung des Königreiches Bahrain“ und spekuliert über Machtkämpfe in der sunnititschen Herrscherfamilie.

Ibrahim Sherif al Sayd, von der oppositionellen Al-Waad-Gruppierung:

“Wir sagen zu unseren Brüdern in den Golf-Staaten: Eure Armee ist willkommen, wenn unserem Land Gefahr von außen droht. Wenn ihr kommt, um die Menschen zu unterdrücken, dann sehen wird das als Besetzung.”

Innerhalb der Königsfamilie zeichnen sich gegensätzliche Meinungen ab, wie auf die Proteste zu reagieren sei.

Der 41-jährige Kronprinz Salman bin Hamad bin Isa Al Khalifa hat wiederholt einen nationalen Dialog für tief greifende Reformen angeboten.

Bahrains seit 40 Jahren amtierender Ministerpräsident Scheich Khalifa bin Salman Al Khalifa forderte den König auf, für drei Monate das Kriegsrecht mit einer nächtlichen Ausgangssperre zu verhängen. Er wird offenbar von der Königlichen Garde unterstützt.

Zum Golf-Kooperationsrat gehören Kuwait, Bahrain, Saudi-Arabien, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Oman.