Eilmeldung

Eilmeldung

Spionageaffäre bei Renault in Luft aufgelöst

Sie lesen gerade:

Spionageaffäre bei Renault in Luft aufgelöst

Schriftgrösse Aa Aa

Die große Spionageaffäre bei Renault war gar keine: Dabei waren wegen der Vorwürfe drei hohe Manager fristlos entlassen worden.

Sie sollten Einzelheiten aus Renaults Elektroautoprogramm verraten haben, womöglich an die Konkurrenz in China: Der französische Autobauer sorgte damit für weltweite Schlagzeilen.

Renault hatte das alles angeblich auf eigene Faust ermittelt: Die richtigen Ermittler von der Polizei konnten aber nichts derartiges finden – keine Schweizer oder Liechtensteiner Konten, nichts.

Der Konzernchef selbst muss das nun der Öffentlichkeit beichten. Renault sei wohl getäuscht worden, sagt er. Man sei falschen Informationen aufgesessen.

Und Carlos Ghosn kündigt an, er werde sich bei den drei Männern entschuldigen, bei ihren Verwandten und Freunden, er persönlich und im Namen von Renault. Er und die Konzernspitze würden sie wieder aufnehmen wollen und sie voll für das entschädigen, was sie durchgemacht hätten.

Ghosn, seine Nummer Zwei und weitere Spitzenmanger verzichten wegen der Affäre jetzt auf ihre Bonuszahlungen für letztes Jahr und Aktienoptionen für dieses Jahr.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt gegen einen Mitarbeiter der Sicherheitsabteilung bei Renault. Der Mann wurde festgenommen, als er gerade nach Afrika ausreisen wollte. Er hatte einen anonymen Informanten angeführt, der angeblich Beweise für die Spionage hatte. Diesem großen Unbekannten hat Renault laut Staatsanwaltschaft mehr als dreihunderttausend Euro gezahlt.