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"Die Menschen sind besorgt" - Bericht eines Einwohners von Fukushima

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"Die Menschen sind besorgt" - Bericht eines Einwohners von Fukushima

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Wie bereits am Vortag gelang es uns, mit Graham Chave zu sprechen, der in Fukushima wohnt. Dort wurden die Anwohner im Umkreis von dreißig Kilometern aufgefordert, sich in geschlossenen Räumen aufzuhalten. Wie geht es Grahams Freunden und Nachbarn geht, wollte Euronews wissen. Was diese denken, sagen und worüber sie sprechen. “Die ausländischen Freunde haben die Stadt Fukushima bereits in Richtung Westen auf die andere Seite der Insel verlassen”, meinte Graham. “Von den Japanern sind nur wenige weggezogen, möglicherweise sind sie fatalistisch oder vertrauen der Regierung. Mir sind keine Japaner bekannt, die aus der Region fortgezogen sind. Eine Aufforderung, die Stadt Fukushima zu verlassen, gab es nicht, demzufolge verhalten sich die meisten ruhig und häufen Vorräte an. Man musste etwa eineinhalb Stunden anstehen, um in einen Supermarkt zu gelangen, wo es jedoch reichlich Lebensmittel gab. Probleme gibt es allerdings mit dem Sprit. Kraftstoff ist schwer zu bekommen und zudem rationiert.”

Warum er, Graham, noch vor Ort sei, wollten wir wissen. “Der Transport ist eine wesentliche Frage, von hier wegzukommen, ist nicht einfach. Sollte sich aber eine radioaktive Wolke nähern, setzen wir uns ins Auto und sind weg. Der Spritmangel ist jedoch ein bestimmender Faktor: Die Möglichkeit, zu sagen, wir entfernen uns nun 500 Meilen von hier, hat man nicht mehr”, meinte Graham dazu. Eine letzte Frage betraf die Normalität des Alltags. Darauf sagte Graham: “Ich fühle mich nicht sehr wohl. Ich bin ziemlich nervös, muss ich zugeben. Gestern gab es eine ganze Reihe von Erschütterungen, was mich ziemlich fertig gemacht hat. Innerhalb einer halben Stunde gab es etwa zehn Beben und jedesmal erzitterte das Haus – zum Schluss schlug mir das Herz bis zum Hals. Ich war wirklich beunruhigt. Ich fragte mich, ob ich hinunter laufen sollte, ob ich der einzige unter den Nachbarn sei, der besorgt war. Das Haus erzitterte. Fuhr ein LKW vorbei oder war es wieder ein Erdbeben? Die Menschen sind besorgt.”