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Tokio: Leere Regale, knapper Strom, giftiger Wind

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Tokio: Leere Regale, knapper Strom, giftiger Wind

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Die Auswirkungen des verheerenden Erdbebens in Japan sind auch im Alltag der Hauptstadt Tokio angekommen. Supermarktregale sind leer, der Nachschub bleibt nach Panikkäufen der Einwohner aus. Tokios Stromlieferant Tepco hat die Versorgung heruntergefahren. Krankenhäuser, Straßenbeleuchtungen, Ampeln, Wohnungen sind betroffen. Die Katastrophe, die vergangene Woche über den Inselstaat hereinbrach, sie ist – natürlich – das Gesprächsthema in der 35-Millionen-Metropole. Ein Sushi-Wirt sagt: “Ich fürchte den Atomunfall und besonders denke ich an die Menschen die dort leben.” Ein Unternehmen aus Tokio hat damit begonnen, Nahrungsmittel und Güter des täglichen Bedarfs in die verwüsteten Regionen im Nordosten des Landes zu bringen. Dorthin also, wo auch das von der Katastrophe schwer beschädigte Atomkraftwerk Fukushima steht. Winde könnten nach Ansicht von Meteorologen radioaktive Teile nach Tokio wehen. Derweil verlassen viele Ausländer Japan, so etwa eine französische Familie. Die Mutter sagt: “Wir haben nicht den Eindruck, dass die japanische Regierung besonders transparent handelt. Wir sind unsicher darüber, was genau in dem Kernkraftwerk vor sich geht.” Japans Premierminister Naoto Kan wie auch die französische Regierung riefen die Menschen in Fukushima und Tokio dazu auf, in den Häusern zu bleiben und die Fenster geschlossen zu halten.