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Was passiert technisch im havarierten AKW?

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Was passiert technisch im havarierten AKW?

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Am Samstag, dem 12. März, erschütterte eine Explosion das Gebäude, in dem sich Reaktorblock 1 der Atomkraftanlage Fukushima 1 befindet.

Zwei Tage später, am Montag, dem 14. März, ereignete sich am Block 3 der gleichen Anlage die nächste Explosion. Folgen von Erdbeben und Tsunami, die am Freitag, dem 11. März, die Region heimgesucht hatten.

Zur Explosion am Block 3 erklärte der Sprecher des Betreibers, der “Tokyo Electric Power Company” , abgekürzt TEPCO : “Um 11 Uhr 01 war lauter Krach am Reaktorblock 3 zu hören, weißer Rauch stieg auf. Wir denken, es war eine Wasserstoff-Explosion.”

Hier Bilder der Anlage Fukushima 1 vor dem Erdbeben. Man kann eine Atomanlage nicht einfach abschalten. Solange die Brennstäbe heiss sind, laufen die chemischen Prozesse weiter.

Die Brennstäbe müssen ständig gekühlt werden.

Sonst werden sie zu einer flüssigen Masse verformt, die sich durch alle Ummantelungen hindurchfressen kann. Und diese Masse ist hochgradig radioaktiv.

Durch Erdbeben und Tsunami war die Stromversorgung für die Kühlanlagen ausgefallen.

In Fukushima versagte dann auch noch das Notstromaggregat, es war wohl auch durch das Beben beschädigt.

Ohne Kühlung wird aus dem Kühlwasser heißer Dampf – und dass Dampf explodieren kann, weiss jede Hausfrau. Die Pumpen, die ständig kaltes Wasser nachströmen lassen, standen still.

Eigentlich gibt es noch ein drittes System, das verhindern soll, dass die heißen Brennstäbe ohne Wasserkühlung bleiben. Was genau damit geschah ist noch nicht klar. Fakt ist, die Brennstäbe ragten gefährlich weit aus dem Wasser heraus.

Fachleute halten auch ein simples Leck für möglich, durch das das Wasser ablaufen konnte. Das Problem: Ist der Druck des Wasserdampfes erst einmal zu hoch, lässt sich kein kaltes Wasser mehr in die Behälter drücken.

Als letzte Rettung vor einer Kernfusion durch Überhitzung wurde schließlich eine Kühlung mit Meereswasser versucht. Schließlich steht die Anlage direkt am Meer.

Fukushima 1 besteht aus 6 Reaktorblöcken, 5 und 6 weiter nördlich scheinen unbeschädigt. Sorgen machen die Blöcke 1 bis 4.

Bei Reaktor 2 versagte erst das Kühlsystem. Heute folgte die Explosion.

Reaktor 1 war bereits am Samstag explodiert,

Reaktor 3 am Montag.

Reaktor 4 war noch vor dem Erdbeben für Wartungsarbeiten vom Netzt genommen worden.

Hier brach am Dienstag ein Brand aus, der inzwischen gelöscht worden sein soll. Ursache unbekannt.

Die erschreckende Lehre:

Auch eine Panne bei der Stromversorgung, wie sie überall möglich ist, kann zur Kernschmelze führen und damit zum atomaren Super-Gau.