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Die Angst in Fukushima - ein Augenzeuge

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Die Angst in Fukushima - ein Augenzeuge

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In den zerstörten Siedlungen warten die Überlebenden auf Hilfe. Zugleich wächst die Sorge vor einer radioaktiven Verseuchung.

Euronews sprach erneut mit Graham Chave, der mit seiner Familie in der Stadt Fukushima ausharrt.

“Es ist wie ein Warte-Spiel: Wir verfolgen die Informationen über die Kraftwerke”, sagt Chave.

“Die Nachrichten darüber, dass die meisten Techniker von den Reaktoren abgezogen wurden, waren beunruhigend. Jetzt sind sie aber wieder zurück und versuchen, das Feuer zu löschen und die Strahlung einzudämmen.”

“Außerdem beobachten wir die Windrichtung. Zum Glück haben wir einen kräftigen Westwind, der alles Unangenehme in Richtung See davonträgt.”

Ob die Leute unter Schnee und Kälte leiden, wollen wir wissen. Chave sagt: “Der Schnee liegt hier einige Zentimeter hoch, was wohl gut ist. Wegen des Strahlenrisikos wollen ohnehin nur wenige ins Freie.”

Unsere nächste Frage ist, ob den Menschen der Kraftstoff für Transport, Heizung und andere wichtige Dinge ausgeht.

“Wenn man eine Tankstelle mit Sprit findet”, schildert Chave, “dann muss man ein paar Stunden Schlange stehen und bekommt pro Fahrzeug zwölf Liter Kraftstoff. Damit kommt man nicht allzu weit.”

“Viele Leute hier heizen mit Kerosin. An etlichen Orten werden aber immer nur zehn Liter auf einmal abgegeben. Bei dem Wetter jetzt ist das schwierig.”

Was werde er tun, wenn es in Fukushima zu einer Kernschmelze käme, fragen wir noch. Chave sagt nur: “Wir steigen ins Auto und fahren nach Westen zu Verwandten, auf dem Weg zur anderen Küste.”

“Um weiter zu kommen, haben wir auch gar nicht genug Sprit. Unsere Möglichkeiten sind also beschränkt. Wenn wir in den Norden wollen, müssten wir durch das Gebiet von Sendai, was schwierig wäre. Und nach Süden, in Richtung Tokio: Dort ist das Risiko, je nach Wind, wohl genauso.”

“Wir müssen auch die normale Straße nehmen; die Autobahn ist jetzt nur für die Rettungsdienste da. Auf der Straße ist aber Stau, man kommt nur langsam voran. Und wenn man einmal unterwegs ist, kommt man dort nicht mehr an Sprit. Was dann geschieht, weiß ich nicht.”