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Machthaber präsentieren mutmaßlichen Islamisten

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Machthaber präsentieren mutmaßlichen Islamisten

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Es geht ins Gefängnis von Tripolis: Libyens Machthaber haben dort für die Presse etwas vorbereitet.

Es geht um ihre Behauptung, den Aufstand in Libyen hätten ausländische Islamisten um Al-Kaida angezettelt. Als Beweis präsentieren sie einen Mann: Nach offiziellen Angaben wurde er bei den Kämpfen um die Stadt Sawijah festgenommen.

Er bestreitet aber, dass er zu Al-Kaida gehöre. Er sei von der LIFG, der Libysch-Islamischen Kampfgruppe: Die allerdings, so sagt er auch, habe früher einmal zu Al-Kaida gehört.

Der Mann gibt auch an, er sei vor langer Zeit aus Libyen geflohen und habe zehn Jahre lang in England gelebt; er sei sogar Staatsbürger. Dort – in Manchester – habe er Spenden für die LIFG und für Sawijah gesammelt und habe die Stadt gerade besucht, als er dort festgenommen wurde.

Englische Reporter machen in Manchester tatsächlich seine Familie ausfindig: eine schwangere Frau und vier Kinder. Vom Verbleib des Familienvaters wissen sie allerdings nichts – sagen sie. Die britischen Behörden bemühen sich jetzt, mehr über den Fall herauszufinden.

Die LIFG ist bekannt; sie hat Gaddafi vor allem in den Neunzigern erbittert bekämpft. Ob der Mann ihr nun tatsächlich angehört, bleibt ebenso offen wie die Frage, ob in Libyen ausländische Islamisten kämpfen.

Es sei auch unklar, wieso Al-Kaida gerade in Libyen aktiv sei, sagt Euronews-Reporter Riad Mouasses; aber nicht in Tunesien oder Ägypten.