Eilmeldung

Eilmeldung

Tokioter verlassen die Stadt

Sie lesen gerade:

Tokioter verlassen die Stadt

Schriftgrösse Aa Aa

Am Tokioter Flughafen Haneda herrscht Großandrang: Wer kann, verlässt die Hauptstadt.

Aus Angst vor dem GAU, und weil der Alltag immer komplizierter wird.

Die japanische Regierung beruhigt die Einwohner, dass die gemessene Radioaktivität nicht gesundheitsgefährdend sei. Jedoch:

“Es gibt Stromsperren, und das Risiko der Verstrahlung ist beunruhigend. Ein Teil der Strahlung soll nach Tokio geweht werden. Ich habe Angst, dass meine Kinder etwas abbekommen”, erklärt eine Frau, die auf den Abflug wartet.

Wegen der Ausnahmesituation haben wiederum einige ausländische Fluggesellschaften ihre Tokio-Flüge vorübergehend ausgesetzt: Lufthansa zum Beispiel leitet diese mindestens bis Montag nach Osaka und Nagoya um. Auch Alitalia leitete ihre Flüge zwischenzeitlich um.

Aufgrund der geringeren Stromkapazitäten wird in Tokio der Strom stundenweise abgeschaltet, und auf den sonst dauerbetriebsamen Geschäftsmeilen

gehen nun um 18 Uhr Ortszeit die Lichter aus. “Es ist so ganz anders – sehr dunkel, dadurch, dass die Läden nicht beleuchtet sind”, beschreibt eine Passantin.

Andere Läden bleiben ganz geschlossen: Es gibt nichts mehr. Viele Schulen und Kindergärten sind ebenfalls geschlossen. Der Bahnverkehr funktioniert teilweise unregelmäßig. Das sonst wimmelnde Tokio mit seinem 35-Millionen-Ballungsraum hat sich sichtbar beruhigt – und wird in einigen Teilen zur Geisterstadt.