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Wie sicher fühlen sich die Menschen mit Atomkraftwerken?

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Wie sicher fühlen sich die Menschen mit Atomkraftwerken?

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Das Bewusstsein für die Gefahr ist bei Menschen, die rund um den Erdball in der Nähe von Atomanlagen leben, höchst unterschiedlich entwickelt. In den USA gibt es 104 Atomkraftwerke.

Hier in Kalifornien ist man nicht nur durch den Pazifik mit Japan verbunden – man lebt auch in einer ähnlich erbebengefährdeten Zone.

Diese Surferin Sandy Heilberg verdrängt lieber beim Blick auf ein Atomkraftwerk: “Ich lebe hier seit 25 Jahren. Die Möglichkeit von Erdbeben hat man immer im Hinterkopf. Aber ich fühle mich nicht akut bedroht. Ich weiß, es wird geprüft und ist ziemlich sicher. Für alle Fälle habe ich immer meine Jodtabletten dabei.”

Ein anderer Anwohner ist nicht so gelassen.

Der etwas mehr als drei Meter hoher Erdwall vor dem Kernkraftwerk wirkt auf ihn nicht besonders geruhigend. Jordan Wise meint, ein Tsunami könnte durchaus höher auflaufen.

China, das Land mit dem derzeit größten Energiehunger, betreibt gegenwärtig 13 Atomkraftwerke. Innerhalb eines Jahrzehnts soll achtmal soviel Atomstrom produziert werden wie heute. 12 weitere Kernkraftwerke sind schon in Bau, noch einmal 12 sind in der Konstruktionsphase.

Selbst unter chinesischen Experten findet sich eine besorgte Stimme. Bei diesem hohen Entwicklungstempo sei es für die Regierung schwierig, alles noch genau zu überwachen, meint Han Xiaoping. Überall von der Konstruktion bis zum Betreiben der Anlagen könnten reichlich Probleme auftreten.

In Deutschland bekommt die schwarz-gelbe Regierung Probleme mit ihrem “Ausstieg aus dem Ausstieg” . Kanzlerin Merkel will das schon beschlossene Gesetz zur Laufzeitverlängerung von älteren Atomkraftwerken erst einmal für 3 Monate aussetzen. Politische Gegner argwöhnen Wahlkampftaktik, weil in dieser Zeit vier wichtige Landtagswahlen anstehen. Volkes Stimme klingt schon sehr besorgt, hier neben den KKW Neckarwestheim sagt Anja Pau: “Wir haben ein mulmiges Gefühl dabei, vor allem neben so einem alten Reaktor zu wohnen. Seit 35 Jahren läuft Neckarwestheim 1 schon. Mein Mann und ich, wir sind beide der Meinung, man sollte das Ding abschalten. Es gibt genügend Alternativen wie Wasserkraft oder Solarenergie.”

Ganz anders in Frankreich, wo voll auf Atomenergie gesetzt wird. Die deckt rund 80 % des französischen Strombedarfs. Außerdem ist für die Regierung der Export von Atomkraftanlagen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Und in der Bevölkerung gibt es kaum ein Bewusstsein für die mit Atomkraft verbundenen Gefahren.