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Italien wird 150 - aber nicht alle feiern

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Italien wird 150 - aber nicht alle feiern

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Italien feiert seinen 150. Geburtstag: An diesem Tag wurde 1861 Sardiniens König Viktor Emanuel II. zum König von ganz Italien ausgerufen. Damals war es aber zunächst etwas kleiner: In späteren Jahren kamen noch einige Gebiete hinzu, bis das heutige Italien entstanden war.

150 Jahre Einheit – aber nicht alle Italiener wollen mitfeiern. “Auf dem Weg hierher habe ich kaum Fahnen gesehen”, sagt eine Frau. “Aber wenn Italien Fußball spielt, dann ist doch alles voll von Fahnen: Warum dann jetzt nicht? Das finde ich schlimm: Wir sind doch Italiener!”

Wo viele Italiener Probleme haben mit der Einheit, machen ihnen manche Ausländer etwas vor. Aus Tunesien sei er, bekennt ein Mann hier. Warum er denn die Flagge zeige? Sein Leben sei doch hier, antwortet er: in Italien.

Boykottiert werden die Feiern zum Beispiel von der Lega Nord, die sich das Land nicht gerne mit dem armen Süden teilt. Auch die deutschsprachige Minderheit in Südtirol sieht keinen Anlass zum Feiern: Man sei bei der Staatsgründung ja nicht dabei gewesen und später nicht gefragt worden.

Der Landeshauptmann nimmt an den Feierlichkeiten in Rom nicht teil. Sein Stellvertreter schon – aber nicht für die Landesregierung, sondern als Vertreter der italienischen Sprachgruppe in Südtirol.