Eilmeldung

Eilmeldung

Wachsende Sorge vor Höhenflug des Yen

Sie lesen gerade:

Wachsende Sorge vor Höhenflug des Yen

Schriftgrösse Aa Aa

Leere Straßen in Tokio. Die Menschen sind verunsichert und bleiben zu Hause – radioaktive Strahlen könnten bereits in der Luft sein. Aktivität dagegen an der Tokioter Börse. Nach einem kurzen Aufbäumen zur Wochenmitte setzte bei Anlegern wieder das Verkaufsfieber ein. Die Kurse purzelten.

Nicht jedoch der Yen. Um die Schäden der Katastrophe zu bezahlen, brauchen japanische Unternehmen Geld. Sie verkaufen Guthaben im Ausland und tauschen die Erlöse gegen Yen ein – das treibt den Kurs der Währung nach oben.

Die Regierung ist darüber verärgert, denn ein teurer Yen verschlechtert die japanische Handelsposition auf den Weltmärkten. Wirtschaftsminister Kaoru Yosano wies die Darstellung zurück, japanische Versicherer kauften Yen, um die immensen Schadensummen zu begleichen. Vielmehr sei der Höhenflug des Yen das Ergebnis von Spekulationen an den Devisenmärkten. Und dies sei in der derzeitigen Situation schlicht verantwortungslos.

Der starke Yen macht auch der Automobilindustrie Sorgen. Unternehmen wie Toyota sind vom Export abhängig und davon, dass die Landeswährung möglichst schwach ist. Zudem ist unklar, wann etwa bei Toyota die Produktion wieder aufgenommen werden kann. Viele Arbeiter werden vermißt oder wurden evakuiert, und der Kontakt zur Zulieferindustrie ist wegen der Katastrophe unterbrochen.