Eilmeldung

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Japan - the week after...

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Japan - the week after...

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Es begann mit einer Erdbebenmeldung. Aus Japan – also nicht unerwartet. Dann ließ die Schwere des Bebens aufhorchen – Stärke 9, das ist selbst im seismisch gefährdeten Pazifikgebiet selten.

Es folgte, was lange befürchtet wurden , bis zu 5 km landeinwärts schwappte eine zerstörerische Tsunamiwelle. Als man schon glaubte, schimmer könnte és nicht mehr kommen, zeigte sich: die zwei Katastrophen haben eine dritte ausgelöst. Störung, letztlich gar Zerstörung im Atomkraftwerk.

Als Japan in einer Trauerminute der Opfer gedenkt, weiß noch niemand, wieviele Tote das Land eigentlich zu beweinen hat.

“Provisorisch” lautete das wichtigste Wort in allen Meldungen über Opfer. Nur eines ist klar:

Japans tragischer Rekord von Kobe-Beben 1995 wird weit überboten. Die provisorische Opfer-Statistik ist eine Woche nach dem Beben bei mehr als 6.500 Toten angekommen. Aber noch einige Zehntausend Menschen werden als “vermißt” geführt.

Ein Mann inmitter einer Trümmerwüste sagt:

“Eine Stadt voller Erinnerungen ist dahin gegangen, alles ist verwüstet.”

Ähnlich könnte es so manch Überlebender formulieren, der jetzt in einer Notunterkunft ausharrt. Die jüngste Statistik vermeldet 440.000 Menschen, die ohne Obdach, ohne Strom und Trinkwasser in der Kälte irgendwie zu überleben trachten. Zerstörte Straßen und Schienen machen Versorgung wie Rettung übermenschlich schwer.

Und dazu die Angst um vermißte Angehörige…

Selten sind die Glücksmomente, da jemand einen nahen Menschen wiederfindet. Viele suchen auf eigene Faust, wie dieser Mann, der, wie sich selber Mut zuspreched, sagt: “… ich ging dorthin, wo unser Haus stand. Da war nichts mehr. Die Familie verstreut. Aber ich fühle, alle Kinder haben überlebt.”

Man möchte es ihm wünschen.

Auch weiter weg von unmittelbaren Beben- und Tsunamifolgen müssen die Japaner erleben, wie verwundbar die hochtechnisierte Infrastruktur ihres Landes ist. Selbst wenn die Häuser noch stehen.

Strom wird knapp, wenn Atomkraftwerke ausfallen, weniger Strom weniger Züge, weniger Versorgung.

Wo die Menschen vor drohender Verstrahlung fliehen – bleiben Geisterstädte zurück.