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Stresstests - was ist davon zu halten?

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Stresstests - was ist davon zu halten?

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Nach der Atomkatastrophe in Japan wächst der Protest in der Bevölkerung. Viele verlangen eine bessere Aufklärung und mehr Transparenz. Für die soll ein einheitlicher Sicherheitstest in europäischen Atomkraftwerken sorgen. Er ist auf freiwilliger Basis. Ob Stresstests zuverlässig sind, das hat Euronews den konservativen EU-Energiekomissar Günther Öttinger und die EU-Parlamentarierin Michèle Rivasi von den Grünen gefragt.

Günther Öttinger, EU-Energiekomissar: “Der Stresstest ist ein Durchbruch hin zu einer europäischen Sicherheitsprüfung, zu strengeren gemeinsamen Standards, zu klaren Regeln, gerade auch im Licht von Japan. Und ich bin mir sicher: Da alle mitmachen werden – die Mitlgiedsstaaten, die Energieunternehmen, die Regulatoren, wird danach auch jeder das Ergebnis der Stresstests beachten.”

Michèle Rivasi, Grünen-Mitglied und EU-Parlamentarierin: “Wir haben die vielfachen Gefahren nicht analysiert. Wir können noch so sehr sämtliche Szenarien testen, aber die Natur ist erfinderisch und sie hat eine unglaubliche Kraft, die das gesamte Land lahm legen kann.”

Euronews: “Kann die EU auf Kernernergie verzichten?”

Öttinger: “Sie wird mit Sicherheit entlang der Politik der nationalen Regierungen noch für mehrere Jahrzehnte Teil im europäischen Energiemix sein. Deswegen ist Sicherheit und die Neubewertungen der Sicherheit und der Risiken umso notwendiger.”

Rivasi: “Nach dem was ich hier zu verstehen glaube, wollen wir keinen Ausstieg aus der Atomenergie. Für die Menschen wird der Verbrauch weiter in die Höhe getrieben. Wir befinden uns immer noch in einem System des unendlichen Wachstums. Kernenergie soll verstärkt werden. Aber wenn es zu einem Vorfall wie in Japan kommt, ist das eine Katastrophe.”

Euronews: “Welchen Energiemix für die Zukunft?”

Öttinger: “Die Frage werden wir im Zuge der langfristigen Energy-Road map also unserer Energiestrategie und der Entwicklung des Energiemixes nach 2020 auf dem Weg hin zu 2050 besprechen.”

Rivasi: “Wenn es etwas Neues gäbe, einen neuen Wert, um andere Energieformen weiterzuentwickeln, wie zum Beispiel erneuerbare Energien, dann könnten die Mitgliedsstaaten dazu angeregt werden, nicht auf Atomenergie zu setzen. Die Haltung der Kommission ist jedoch eher: Nuklearenergie ist eine Option, die weiterentwickelt werden muss.”