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Briten, Amerikaner und Franzosen attackieren Libyen

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Briten, Amerikaner und Franzosen attackieren Libyen

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Libyen steht seit Samstag Nachmittag unter Beschuss der internationalen Luftallianz. Bei den ersten Luft- und Raketenangriffen Frankreichs, Großbritanniens und der USA gab es offenbar Tote. Unter Berufung auf das Oberkommando der Streitkräfte nannte das staatliche libysche Fernsehen 48 Opfer und 150 Verletzte.

Flugkörper seien in der Hauptstadt Tripolis eingeschlagen, hieß es weiter.

Zuvor hatte ein Reuters-Reporter aus Tripolis von anhaltendem Flugabwehr- und Maschinengewehrfeuer berichtet. Es habe auch Explosionen gegeben. Der nächtliche Himmel sei von Leuchtspurgeschossen erhellt worden.

Die Aktionen sollten weitere Angriffe auf Zivilisten und Oppositionelle verhindern und die Mittel gegen die von den Vereinten Nationen beschlossene Flugverbotszone schwächen, so Vizeadmiral William Gorney vom US-Verteidigungsministerium.

Französische Kampfflugzeuge griffen zunächst Ziele am Boden bei Bengasi an, um den Vormarsch der Gaddafi-treuen Truppen auf die Rebellenhochburg zu stoppen. Dabei sollen mehrere Panzerfahrzeuge getroffen worden sein.

Von Kriegsschiffen und U-Booten aus starteten die USA und Großbritannien Raketenangriffe auf militärische Ziele, meist in Küstennähe.

Nach US-Angaben wurden mehr als 110 Marschflugkörper vom Typ Tomahawk auf Luftabwehrstellungen bei Tripolis und Misrata abgefeuert.

Ein Sprecher der libyschen Regierung sprach von einem barbarischen Akt und wiederholte seine Aufforderung, dass internationale Beobachter nach Libyen kommen sollten – tags zuvor hatte er ausdrücklich Deutschland ins Spiel gebracht.

China äußerte Bedauern über den Militärschlag gegen Libyen. Man lehne „die Anwendung von Gewalt in den internationalen Beziehungen durchweg ab.“

China hatte sich neben Russland und Deutschland als eines von fünf Ländern bei der UN-Resolution gegen Libyen an Donnerstag der Stimme enthalten.