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Lampedusa quillt über

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Lampedusa quillt über

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Binnen weniger Stunden sind mehr als tausend Flüchtlinge auf der kleinen Mittelmeerinsel südlich von Sizilien gestrandet – damit befanden sich dort an diesem Montag rund 5.000 Flüchtlinge, etwa soviel, wie Einwohner auf der Insel leben. Und angesichts der Lage in Libyen fürchten die Behörden weiteren Zustrom.

Seit Januar seien fast 15.000 Immigranten an Italiens Küsten gelandet, schlug der Innenminister heute Alarm. Lampedusas Bewohner fühlen sich von der italienischen Regierung allein gelassen – und diese gibt die Klage an die EU weiter.

“Wir sind sauer – aber nicht auf die Flüchtlinge, das ist schließlich nicht ihre Schuld – sondern weil uns niemand hilft”, klagt eine Bewohnerin von Lampedusa.

Am Sonntag demonstrierten die Einheimischen, die vor allem vom Tourismus leben, dass aus ihrer Insel kein gigantisches Flüchtlingslager werden soll. Schon zuvor hatten sie vorübergehend den Hafen blockiert und Schiffe der Küstenwache mit geretteten Bootsflüchtlingen am Anlegen gehindert.