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Martelly oder Manigat? Ergebnis der Präsidentenwahl in Haiti am 16. April

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Martelly oder Manigat? Ergebnis der Präsidentenwahl in Haiti am 16. April

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Weit weniger turbulent als beim ersten Wahlgang haben die Haitianer am Sonntag ihren neuen Präsidenten – oder ihre neue Präsidentin – gewählt. Die Auszählung begann umgehend, erste vorläufige Ergebnisse können entsprechend dem Wahlgesetz aber erst am 31. März bekanntgegeben werden. Es kam zu einigen Zwischenfällen, aber insgesamt bezeichneten die Beobachter die Stichwahl als friedlich. Zwei Menschen kamen bei Auseinandersetzungen zwischen Anhängern unterschiedlicher Lager ums Leben.

Etliche Wahllokale öffneten verspätet, weil Materialien wie Tinte zur Registrierung der Wähler fehlten. Dafür blieben sie in der Region der Hauptstadt Port-au-Prince länger geöffnet als geplant, um die Verspätungen wieder auszugleichen.

Der Chef des Wahlrates kündigte das offizielle Endergebnis für den 16. April an. Das Resultat werde den Willen des Volkes ausdrücken, erklärte er und zeigte sich zufrieden mit der hohen Beteiligung bei dieser zweiten Runde der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen.

Nach Korrektur der Ergebnisse der ersten Runde im November, bei der sich Betrugsvorwürfe häuften, konnte nun doch der populäre Musiker Michel Martelly zur Stichwahl antreten. Der 50-Jährige hat vor allem der Korruption den Kampf angesagt. In den Umfragen lag er knapp vor seiner Rivalin, der 70-jährigen einstigen First Lady und Jura-Professorin Mirlande Manigat. Die Wahlen sollen dem vom Erdbeben verwüsteten und wirtschaftlich am Boden liegenden Land eine stabilere Führung verschaffen.