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Peinliche Enthüllungen gegen EU-Parlamentarier

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Peinliche Enthüllungen gegen EU-Parlamentarier

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Die drei Abgeordneten sollen nach Informationen der britischen Sunday Times bereit gewesen sein, Lobbyisten-Gelder anzunehmen. Journalisten der Zeitung hatten ihnen bei ihren Recherchen bis zu 100.000 Euro für gezielte politische Initiativen geboten – mit Erfolg.

Vom Skandal betroffen sind drei Abgeordnete der beiden großen Parteien, der Christ- und der Sozialdemokraten: Der Österreicher Bernd Strasser trat bereits zurück, der Slowene Zoran Thaler kündigte ebenfalls an, seinen Hut zu nehmen.

Weiter im Kreuzfeuer der Kritik: Der Rumäne Adrian Severin. In einem Fax an die Journalisten hatte er seinen Auftrag als erledigt bezeichnet. Dann folgte eine Rechnung von 12.000 Euro. Severin beschwichtigte, “ich habe meine Kollegen über die ganze Situation informiert. Ich hoffe, es wird so schnell wie möglich Ermittlungen im EU-Parlament geben, damit sich alles klärt.”

Während die Verdächtigen die Sunday Times beschuldigen, europafeindlich zu sein, lässt der Fall NGOs aufhorchen: Wie Alter EU, die sich für mehr Transparenz in Brüssel einsetzt. Olivier Hoedeman mutmaßt: “Leider ist es wohl kein Einzelfall: Die Tatsache, dass die drei Delegierten den Handel so eifrig angenommen haben, ist meiner Meinung nach ein schlechtes Zeichen. Es beweist, dass es Parlamentarier gibt, die korrupt sind. Ich wäre überrascht, wenn es hier nur um drei Fälle geht.”

Das EU-Parlament kündigte an, die Vorwürfe genauestens zu untersuchen. Auch in den Herkunftsländern der Abgeordneten soll es Ermittlungen geben.