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Libyen-Einsatz: Neue Zerreißprobe für Europa?

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Libyen-Einsatz: Neue Zerreißprobe für Europa?

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Heute ist es Libyen – damals war es der Krieg im Irak, der die Regierungen spaltete. Wird sich die außenpolitische Zerreißprobe für Europa nun wiederholen? Es hat mehrere Jahre gedauert, bis die EU-Staaten wieder näher zusammenrückten.

Großbritannien war damals der engste Partner der USA im Irak. Viele weitere EU-Staaten beteilitgten sich. Nur Deutschland, Frankreich, Belgien und Luxemburg schossen quer – und verweigerten den Irak-Einsatz.

Angesichts der Gewalt in Libyen haben sich neue Lager gebildet. So enthielt sich Deutschland vergangene Woche im Weltsicherheitsrat, als es um den Militäreinsatz gegen Diktator Gaddafi ging.

Diese Haltung hat die politische Achse Paris-Berlin in Europa deutlich geschwächt. Der französische Präsident wirft der deutschen Bundeskanzlerin vor, sich nur aus Wahlkalkül nicht zu beteiligen.

Paris hat hingegen mehr oder weniger das Kommando über die Angriffe auf Libyen übernommen. Kritikern zu Folge will Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy damit von seinen schlechten innenpolitischen Werten ablenken.

Auch Großbritannien, Spanien und Italien haben sich beim Militäreinsatz mit den Amerikanern eingereiht.

Die Forderung nach einem koordinierteren Vorgehen unter NATO-Führung wurde in den vergangenen Tagen lauter. Für den Fall befürchtet Frankreich jedoch, dass die arabischen Länder, die mit an Bord geholt werden sollen, einen Rückzieher machen.