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Risse und Konflikte in der Anti-Gaddafi-Koalition

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Risse und Konflikte in der Anti-Gaddafi-Koalition

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Noch kontrollieren die USA den Militärschlag der Anti-Gaddafi-Koalition, doch möchten sie das Kommando so schnell wie möglich loswerden; am liebsten an die NATO.

Ein NATO-Mitglied aber stellt sich mit voller Kraft dagegen, zumal dasjenige, das über die zweitgrößte Armee des Bündnisses verfügt: die Türkei. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan polterte gegen den Einsatz in einem muslimischen Land, ließ durchscheinen, dass die Koalition lediglich an libyschem Öl interessiert sei und warf dem französischen Staatschef Nicolas Sarkozy vor, sich mit dem Militärschlag innenpolitisch profilieren zu wollen.

Auch in Italien setzt es Kritik an Sarkozy, weil Frankreich gegen eine NATO-Kontrolle der Koalition ist – mit dem Argument, ein NATO-Einsatz würde die arabischen Partner verprellen. Italien aber, als das Land, das den libyschen Küsten am nächsten ist, möchte die Aktion unter dem schützenden Mantel des Militärbündnisses sehen.

In Spanien stimmte das Parlement dem Einsatz fast einstimmig zu. Zur Führungsfrage aber gab es keine klare Stellungnahme in Madrid: Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero sagte, er halten es für gut, wenn das Kommando an die Nato übergeht – habe aber auch nichts gegen eine amerikanische Führung.