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Yamada: Das Leben nach dem Tod

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Yamada: Das Leben nach dem Tod

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Dies sind die Überreste von Yamada, etwa 240 Kilometer nordöstlich von Sendai. Die Stadt war bei dem verheerenden Tsunami im März praktisch komplett überflutet und zerstört worden. Die Aufräumarbeiten laufen, auch das Militär hilft dabei, den Schutt, das Geröll wegzuräumen. Über 300 Menschen aus Yamada sind tot oder gelten als vermisst. Euronews-Reporter Chris Cummins ist in der Bucht von Yamada. Er sagt: “Der Tsunami am 11. März hat in Yamada Hunderte getötet.

Die Überlebenden kämpfen um ihre Zukunft.” Euronews ist mit dem Internationalen Roten Kreuz vor Ort, in einem Hilfszentrum in der Nähe der Bucht von Yamada. Kathy Mueller, kanadische Rot-Kreuz-Helferin, sagt: “Was uns besonders beschäftigt ist das Trauma, der Schock, den viele Menschen hier erlitten haben. Und bei vielen ist die Realität noch gar nicht im Bewusstsein angekommen. Viele erwarten, dass ihre vermissten Angehörigen gleich zur Tür reinkommen. Aber die Chance, dass das passiert, sinkt, je länger das Desaster zurückliegt. Das Rote Kreuz ist hier mit rund 50 Ärzten und Helfern rund um die Uhr im Einsatz.

Wir besuchen Zentren wie dieses und bieten auch psychologische Hilfe an. Wir arbeiten mit Kindern, wir singen oder tanzen mit ihnen. Wir malen, spielen Spiele und versuchen so, ihnen über das Trauma hinwegzuhelfen. Mit den älteren setzen wir uns hin und sprechen mit ihnen, legen vielleicht eine Hand auf ihre Schulter um zu zeigen, dass wir uns kümmern. Und dass wir sie ernstnehmen.

In dieser Notunterkunft bei Yamada sind viele Kinder untergebracht, um die sich die japanischen und internationalen Helfer kümmern. Ein Bild, das sich in vielen Notunterkünften wiederholt. Mueller: “Viele der Kinder waren in der Schule, als es passierte. Wegen der zahlrichen Erdbeben in Japan wurden die Schulen an höhergelegenen Orten gebaut. Daher befanden sich viele Kinder in Sicherheit. Und viele gehen auch wieder zur Schule. Natürlich können sie die Sporthallen nicht nutzen, die ja vielfach als Notunterkünfte genutzt werden. Die Kinder lachen und spielen. Soweit ich weiß, geht es ihnen erstaunlich gut.”